Innere Mission München

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Seminar für mehrsprachige Helferinnen und Helfer

Willkommen...

ٲﻫﻼﻭﺴﻬﻼ - Καλώς ήρθατε - Bienvenidos - Bienvenue - Добро пожаловать - Dobredojde - Mirë se vini - Chào Thân Ái - Bun venit - Benvenuti - Welcome - Witamy - Ben venuti - Dobrodošel - Bem-vindo - Dobro došli - Hoş geldiniz - ברוכים הבאים

Ziel unseres Seminars ist es, älteren Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur den Zugang zum deutschen Pflegesystem zu erleichtern.

Wir schulen dafür Freiwillige über das deutsche Sozialsystem und das Leben im Alter. Die ehrenamtlichen mehrsprachigen Helferinnen und Helfer können dann als muttersprachliche Bezugspersonen über die Möglichkeiten des Sozialsystems informieren. Bei kurzfristigen Hilfeleistungen, z.B. beim Arztbesuch oder auf Ämtern, und durch regelmäßige Kontakte schaffen die mehrsprachigen Helferinnen und Helfer eine Vertrauensbasis und bereiten darüber den Weg zu weiteren Hilfen und Angeboten. Solche Wege zu älteren Menschen mit Migrationsgeschichte sind wichtig, denn vielfach sind diese im Zugang zu den Leistungen des Sozialsystems benachteiligt.

Neben der Schulung organisiert das ‚Seminar für mehrsprachige Helferinnen und Helfer‘ auch die Vermittlung der Ehrenamtlichen an diverse Institutionen und Organisationen der Altenarbeit im Stadtgebiet. Das Seminar betreibt lokale Vernetzungsarbeit und engagiert sich in verschiedenen themenspezifischen Arbeitskreisen.

Rufen Sie uns an oder werfen Sie doch einfach einen Blick in unser aktuelles Kurs- und Fortbildungsprogramm!

Ihr

Hannes Brücher

Über uns

Gut ein Viertel der Münchnerinnen und Münchner ab 65 Jahren haben eine Migrationsgeschichte. Einige von ihnen kamen als Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, andere als Flüchtlinge, die meisten der älteren Menschen mit Migrationshintergrund kamen als Gastarbeiter im Zuge diverser Anwerbeabkommen nach Deutschland.

Viele Migrantinnen und Migranten haben mittlerweile ein Alter erreicht, in dem Versorgungsbedürftigkeit auftreten kann. Gleich welche Wege diese Menschen nach München führte, viele von ihnen kämpfen heute mit demselben Problem. Durch mangelnde Kenntnisse der Institutionen, wenig Informationen über die komplexen Vorgänge und die Hilfsangebote, durch Sprachbarrieren und auch eigene Vorurteile, sind viele von ihnen von den Leistungen der Pflegeversicherung abgeschnitten.

In Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München und dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen wurde daher ein Konzept entwickelt, diesen Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Die Ressourcen des bürgerschaftlichen Engagements sollen dafür mit genutzt werden.

Es entstand das ‚Seminar für mehrsprachige Helferinnen und Helfer‘.

Ehrenamtliche werden umfassend geschult und können dann von Diensten vor Ort angefragt und eingesetzt werden, so wird konkret Hilfe bereitgestellt. Das Seminar übernimmt die Funktion eines zentralen Ansprechpartners und Vermittlers.

Muttersprachliche Bezugspersonen sind für das Wohlbefinden vor allem älterer Mitmenschen von großer Bedeutung. Wenn der Weg in die Heimat „dort“ immer schwieriger wird, soziale Kontakte aufgrund des Pflegebedarfs womöglich auch in der Heimat „hier“ abnehmen, dann können unsere ‚Mehrsprachigen Helferinnen und Helfer‘ bei ihren Besuchen wieder kleine Brücken bauen und auch so Hilfe vermitteln.

Angebote

Schulung von Ehrenamtlichen

Interessenten, die Deutsch und mindestens eine Fremdsprache sprechen, werden durch den umfassenden Kurs auf die Begleitung von älteren Menschen gezielt vorbereitet.

Vermittlung der Mehrsprachigen Helferinnen und Helfer an Institutionen in München

Die geschulten Ehrenamtlichen werden dahin vermittelt, wo sie gebraucht werden, zum Beispiel an Alten- und Service-Zentren, Migrationsdienste, Sozialstationen und andere.

Erkunden neuer Zugangswege zu älteren Migrantinnen und Migranten

Exemplarisch werden neue, unkonventionelle Zugangswege zu älteren Migrantinnen und Migranten erkundet bzw. erprobt. Die uns dadurch bekannt gewordenen, hilfebedürftigen Menschen werden durch unsere Ehrenamtlichen unterstützt und an weitere Fachdienste vermittelt.

Kurse und Fortbildungen

Der Kurs ‚Mehrsprachige Helferinnen und Helfer‘ umfasst 35 Unterrichtseinheiten, verteilt auf sieben Kurstage. Dabei werden sieben verschiedene Themengebiete bearbeitet, wobei ein Schwerpunkt auf der Vermittlung von Wissen über das Gesundheitssystem in Deutschland liegt.

 

Themengebiete

  • Migration und Pflege
  • Medizinische Aspekte des Alterns
  • Das Gesundheitssystem in Deutschland
  • Hilfestrukturen in München
  • Das Ehrenamt
  • Interkulturelle Kompetenz und Konfliktlösung
  • Praxistag

Durch unsere Dozentinnen und Dozenten, wird den Ehrenamtlichen in jedes der Themengebiete ein fundierter und umfassender Einblick gewährt und stets darauf geachtet, die Inhalte auch praxisnah zu veranschaulichen. Das Thema kultursensible Altenpflege zieht sich dabei zusätzlich quer durch verschiedene Inhalte.

Unsere bunten und vielfältigen Kurse finden sie hier>> – viel Freude beim Stöbern.

Weitere Fortbildungen finden Sie auch in unserem gemeinsamen Fortbildungsprogramms des Fachbereichs>> Offene Altenarbeit, zu denen Sie herzlich eingeladen sind.

Sie können gerne unser Anmeldeformular (PDF)>> benützen.

Kultursensible Altenarbeit

Ältere Migrantinnen und Migranten wohnen häufiger in Mehrgenerationenhaushalten als ältere Menschen ohne Migrationshintergrund. Das Zusammenleben mit nachfolgenden Generationen, das heißt mit Kindern und Enkelkindern, beruht auf ein gegenseitiges Unterstützungsverhältnis. Die Hilfestellungen für Ältere stehen mit wichtigen Aufgaben bei der Erziehung und Aufsicht der Enkelkinder im Wechselverhältnis. Der enge Kontakt zu Verwandten und Familienmitgliedern hat dabei überwiegend positive Auswirkungen auf die mentale Verfassung älterer Migrantinnen und Migranten.

Im gesamtdeutschen Vergleich wird von älteren Menschen dagegen überwiegend das Altern in den eigenen vier Wänden, mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes bevorzugt (59 Prozent). Nur 20 Prozent konnten sich vorstellen bei den Kindern und Enkeln alt zu werden, das ergab die Generali Altersstudie aus dem 2013. Erst im Falle einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit wünschte sich eine große Mehrheit ebenfalls eine familiäre Lösung.

Viele Angehörige von Älteren Migrantinnen und Migranten schöpfen, trotz allen Angeboten der ambulanten Altenhilfe, ihre Ressourcen zunächst aus und bevorzugen den Familienkreis, dessen Reichweite sich zum Teil bis ins Heimatland erstreckt. So gibt es Fälle, wo die Pflege und die Betreuung eines alten Familienmitgliedes nicht durch einen Pflegedienst, sondern durch einen Verwandten aus dem Ausland gesichert werden. Dabei kann spekuliert werden, warum es so ist? Ist es alles eine Kulturfrage? Verschiedene Studien belegen mittlerweile, dass die geringere Inanspruchnahme von Pflegeleistungen eher ein strukturelles Problem ist. Informationsdefizite und Sprachbarrieren spielen eine Rolle, aber auch die mangelnde Ausrichtung der Angebote, auf die Bedürfnisse älterer Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Kultur. Daher ist es unabdingbar, spezifische Angebote zu konzipieren und zu verbreiten.

Denn die traditionelle Rollenverteilung des Familienzusammenhalts klappt auch bei Menschen mit Migrationshintergrund, trotz aller Bemühungen, immer seltener. So sind viele Familienangehörige durch ihr eigenes Familien- und Arbeitsleben mit einer aufwendigen Versorgung ihrer Angehörigen überfordert.

Durch das ehrenamtliche Engagement ‚Mehrsprachiger Helferinnen und Helfer‘ kann eine Unterstützung hierzu geleistet, und Informationen über Hilfsangebote verbreitet werden. Dabei werden bei den Ehrenamtlichen Mehrsprachigkeit und Migrationsgeschichte als Ressource anerkannt und als wichtige Potenziale unserer Gesellschaft hochgeschätzt.

Durch das Engagement des ‚Seminars für mehrsprachige Helferinnen und Helfer‘ in Arbeitskreisen rund um das Thema kultursensible Altenpflege, versuchen wir mit unseren Erfahrungen und unserer Expertise auch in diesem Bereich unseren Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände älterer Menschen mit Migrationsgeschichte zu leisten.

Ehrenamt

Bringen Sie ein bisschen Zeit mit!

Ehrenamtliche Betätigung ermöglicht soziale Kontakte, schenkt einem Anerkennung und Wertschätzung und stärkt eigene Fähigkeiten.

Als Ehrenamtlicher erhalten Sie bei uns eine kostenlose Schulung, in der Sie nicht nur viele praktische Informationen zur Hand bekommen, sondern auch Kompetenzen entwickeln können. Interkulturelle Begegnungen oder Zusammenhänge von Migration und Gesundheit sind nur zwei von zahlreichen spannenden und lehrreichen Inhalten.

Als ‚Mehrsprachige Helferinnen und Helfer‘ erhalten sie ein Zertifikat und können danach ältere Migrantinnen und Migranten unterstützen. Diese Unterstützung reicht von der Begleitung zu Ämtern und Ärzten bis hin zum einfachen ‚Schwatz‘ beim entspannten spazieren gehen danach. Begleiten Sie einen Mitmenschen, reichen Sie die Hand und Sie werden Augen machen.

Wir als Seminar stehen Ihnen währenddessen stets für alle Fragen zur Verfügung und kümmern uns um das Organisatorische. Bevor Sie bei einer Person eingesetzt werden, treffen wir uns zum Beispiel gemeinsam zum Kennenlernen und sehen ob die „Chemie“ stimmt.

  • Sie sprechen gut Deutsch und ebenso gut eine weitere Fremdsprache? Russisch, Italienisch, Arabisch, Türkisch, Chinesisch Dari, Tamil, Ungarisch, Schwedisch, Griechisch, Kikongo…?
  • Sie möchten Helfen und suchen eine erfüllende und spannende Tätigkeit?
  • Sie sind offen und interessiert an Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur?

Kontaktieren Sie mich, gerne informiere ich Sie auch persönlich.

Kontakt

Seminar für mehrsprachige Helferinnen und Helfer
Landshuter Allee 38b
80637 München

Ansprechpartner

Hannes Brücher
M.A. Interkulturalität & Integration
Tel: 089/12 69 91-434
Fax: 089/12 69 91-429
E-Mail: seminar-mehrsprachig(at)im-muenchen.de

Persönlich erreichen Sie mich am Besten

Montag – Freitag: 8-14 Uhr

Anfahrt

Seminar für ehrenamtliche Dienste
Landshuter Allee 38b
80637 München
089/12 69 91-433
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