Innere Mission München

  • A
  • A
  • A

Neues aus Feldkirchen

Sommercafe in Feldkirchen

Die Worte Henry Fords beschreiben treffend die Motivationskraft für unser Projekt Herausforderung 2017. Nach mehren Jahren Natursport und drau¬ßen sein, bündelten wir einige Ideen mehrerer Jugend-licher zu einem wirtschaftlichen Projekt. Wir haben uns erarbeiten, was es benötigt als Selbständiger zu arbeiten und eine gastronomische Unternehmung zu starten. Ziel ist es temporär einen eigenen Cafébetrieb zu stemmen. In vielen Treffen, seit März haben unsere Jugendlichen bereits die behördlichen Stufen erklommen und mit dem Finanzamt, dem Rathaus und unserer Großküche die Startbedingungen gelegt. Ein Konzept wurde in Kleingruppen erarbeitet und wir sind in der Werbung angekommen. Bis Mitte Juli werden wir unsere Werbegrafiken in Druck geben und uns dann darauf freuen an drei Wochenenden in den Sommerferien viele Gäste bewirten zu dürfen. Vom 18. bis 20. August werden wir mit Brotzeit, kreativen Getränken und einem veganen Konzept starten. Am zweiten Wochenende, vom 25. bis 27. August werden wir unter der spanischen Flagge Tappas und Getränke vorbereiten. Auf der letzten Reise vom 1. bis 3. September werden wir unsere Gäste kulinarisch auf den Balkan und nach Osteuropa führen. Für Musiker halten wir eine kleine Überraschung bereit und freuen uns auf viel Besuch an diesen drei Wochenenden im Bürgerhaus in Feldkirchen.

Das Betreute Wohnen der Feldkirchner Kinder-Jugendhilfe wurde 25 Jahre alt.

Das Team des Betreuten Wohnens

Die Feier geht mit einer guten Viertelstunde Verspätung los – aber dann mit einem Rap, bei dem das Team des Betreuten Wohnens alles in Händen hält, womit man gscheid Krach machen kann: Topfdeckel, Telefon, Teller, Fahrradglocke und, und, und. „Drei Supermänner und dreizehn Megafrauen“ stehen da jetzt auf der Bühne und rappen, was das Zeug hält. Fast alle in festlichem Schwarz gekleidet, singen sie: „Wir sind mehr als Menschen – das ist nicht gelogen; wir sind Sozialpädagogen“. In drei Teams arbeiten sie beim Betreuten Wohnen und kümmern sich derzeit um 34 Jugendliche, die nach ihrer Zeit im Heim lernen sollen, allein zurechtzukommen. In der Regel besuchen die Pädagoginnen die Jugendlichen zweimal pro Woche, sprechen mit ihnen und schauen nach dem Rechten in den 18 Wohnungen. Genau 1,8 Stunden pro Termin und pro Person, sagt die Statistik. Und weiter haben sie ausgerechnet: 15 Minuten in der Woche sind die Pädagogen am Putzen und 160 Minuten verbringen sie in öffentlichen Verkehrsmitteln. Einkaufen, Essen kochen, saubermachen, Wäsche waschen: Aufgaben gibt es für alle wie in einem normalen Haushalt. Und darüber hinaus müssen sie ja auch noch ihre Ausbildung absolvieren, damit sie später auch ein eigenes Einkommen haben. Und wenn es mal tiefgreifender Probleme oder persönliche Krisen gibt, unterstützt der Psychologische Fachdienst nach Kräften. Bereichsleiterin Agnes Piechaczek fasst das Programm der Teams so zusammen: „Wir unterstützen Jugendliche im Alter zwischen 16 und 21 Jahren auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.“ Gesamtleiter Achim Weiss, der seit Kurzem auch für die Abteilung Kinder- und Jugendhilfe verantwortlich ist, berichtet in seiner Rede von den Anfängen der Arbeit, die eigentlich schon seit mehr als 30 Jahren existiert – wenn auch anfangs in anderer Form. War es zu Beginn noch so, dass der Bezugspädagoge aus der ursprünglichen Heimgruppe die Betreuung des volljährig gewordenen Jugendlichen übernahm, um Beziehungsabbrüche zu vermeiden („ein gutes, aber kompliziertes System“), so änderte sich das mit der Einrichtung eines eigenen Teams. Jetzt stand die Betreuungsplanung im Vordergrund: „Das war alles sehr viel professioneller.“ Rückblickend seien die Schwierigkeiten, mit denen der Arbeitsbereich zu kämpfen hat, während der zweieinhalb Jahrzehnte nahezu gleich geblieben, so Weiss: „Die Finanzierung ist schwierig und es gibt zu wenig Wohnungen.“ Erschwerend komme jetzt nur noch der Personalmangel hinzu. Dennoch werde man an dem wichtigen Angebot festhalten und es sogar noch ausbauen, „auch wenn das Jugendamt das anders sieht“. Er könne allen in Feldkirchner Einrichtungen untergebrachten Jugendlichen versprechen, dass sie später auch einmal einen Platz im Betreuten Wohnen bekommen. Doch nicht nur die Pädagogen kamen bei der Geburtstagsfeier zu Wort. Auch Jugendliche, die vor längerer Zeit einmal betreut wurden oder aktuell, wurden gefragt, was ihnen denn damals geholfen habe. Der 22-jährige Heresch, der jetzt als Maurergeselle arbeitet und vier Jahre im Betreuten Wohnen war, musste da zwar erst mal ein bisschen nachdenken, aber dann sagte er, dass ihm „Arbeit und Disziplin“ sehr geholfen hätten. Und Yves (19), ein Jugendlicher aus dem Kongo, der gerade seine Friseurausbildung macht (und deshalb laufend Dauerwellenmodels sucht), meint auf die Frage, was ihm am besten gefällt, dass das eigentlich „endsviele Sachen“ sind: „Am besten ist aber, dass es immer jemanden gibt, der für mich da ist“. Klaus Honigschnabel

Heresch im Interview

Einrichtungsleiter Achim Weiss bei seiner Rede auf der Jubiläumsfeier

25- Jahre Torte

Rashad rappt "Sag die Wahrheit"

Die Moderation von Obada, Jessica und Agnes Piechaczek

Neue Freundschaft mit Israel - Fachkräfteaustausch in Feldkirchen

Im Frühjahr 2016 wandte sich die israelische Organisation „Dialog“ – Eine israelische Einrichtung für interkulturelle Begegnungen in der Jugendhilfe– an die Innere Mission München mit der Idee eines deutsch-israelischen Fachkräfteaustausches. Mit großer Neugier machte sich ein Vorbereitungsteam in der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Feldkirchen daran, diesen Austausch vorzubereiten und gemeinsam mit „Dialog“ zu planen. Unter der Federführung von Daniela Haag und Angelika Gillmann wurde ein vielfältiges Begegnungsprogramm entworfen, das neben dem Kennenlernen der heilpädagogischen Arbeit in der Jugendhilfe auch kulturelle und geschichtliche Aspekte beinhalten sollte. Zur Realisierung des Projektes stellte die Feldkirchner Delegation einen Fördermittelantrag bei der „Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V.“, sodass dem Austausch, der vom 30.10. bis 06.11.2016 terminiert wurde, nichts mehr im Weg stand. Kurz vor der Umsetzung des Austausches jedoch musste „Dialog“ den Feldkirchnern den geplanten Begegnungstermin aus organisatorischen und persönlichen Gründen der Teilnehmer absagen. Die Befürchtung, dass der mit Spannung erwartete Fachaustausch nun ins Wasser fallen müsse, konnte mit einem Ausweichtermin von 04.12. bis 11.12.2016 zerschlagen werden.

Am 04.12.2016 war es deshalb endlich so weit: Acht israelische sozialpädagogische Fachkräfte wurden vom Flughafen in München abgeholt und verbrachten eine lebendige, facettenreiche Woche in Feldkirchen. Es entstand ein herzlicher und offener Kontakt zwischen den deutschen und israelischen Sozialpädagogen und Erziehern. Die israelischen Teilnehmer waren vom differenzierten Jugendhilfeangebot der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Feldkirchen beeindruckt und zeigten reges Interesse. Es fanden Hospitationen in den unterschiedlichen Angeboten der Jugendhilfe statt: Diese reichten von den heilpädagogischen Wohngruppen im Stammhaus über die heilpädagogischen Außen- und Jugendwohngruppen bis hin zur intensivpädagogischen Wohngruppe Sinzinger Hof. Auch die sozialpädagogischen Wohngruppen für Unbegleitete Minderjährige in Riemerling fand große Begeisterung.  Während der Exkursionen in den Wohngruppen wurden kulturelle Brücken geschlagen – syrische Jugendliche in den Wohngruppen kamen nach Skepsis und ersten Abwehrreaktionen in Kontakt mit den israelischen Fachkräften und freundeten sich mit ihnen an. Darüber hinaus zeigte ein Ausflug an den Chiemsee auf die Herreninsel geschichtliche, bayrische Kultur und gab Einblick in die Naturphänomene Bayerns mit dem „bayrischen Meer“ und der Bergkulisse im Hintergrund. Ein Tanzabend mit deutsch-israelischen Tänzen schuf einen unbefangenen, herzlichen, länderübergreifenden Kontakt. Die Christkindlmärkte in München sorgten für ein gemütliches Ambiente. Ein Besuch der KZ-Gedenkstätte in Dachau rückte die gemeinsame Auseinandersetzung mit der deutsch-jüdischen Geschichte in den Vordergrund und gab Raum für gemeinsames Gedenken und Besinnen.

Im März 2017 ist ein Gegenbesuch der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Feldkirchen mit acht Fachkräften geplant – eine neue Etappe in der Freundschaft zwischen „Dialog“ und „Feldkirchen“.

Newsletter

Was ist alles los bei der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Feldkirchen? Lesen Sie mehr in unseren Newslettern:

Newsletter Sommer 2017 

Newsletter Frühjahr 2017

Newsletter Herbst 2016

 

 

 

 

Unsere Termine

Dorffest in Feldkirchen

09.09.2017

Adventsbasar in der Evangelischen Kinder und Jugendhilfe Feldkirchen

03.12.2017

Seite drucken