Innere Mission München

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13. April 2017

Hoffnung geben, wo Menschen leben

Tag der Bahnhofmission

Hoffnung geben, wo Menschen leben - unter diesem Motto steht in diesem Jahr der Tag der Bahnhofsmission am Samstag, 22. April. Von 10 bis 16 Uhr stellen die Mitarbeitenden an einem Infostand im neuen Showroom in der Schalterhalle des Hauptbahnhofs ihre Arbeit vor. Dazu gibt es Live-Musik, eine Tombola sowie Schmalzbrote und Tee. Für die Kinder steht in diesem Jahr auch wieder eine Rallye durch den Hauptbahnhof auf dem Programm. Stationen sind unter anderem das Münchner Kinder- und Jugendmuseum, die Bahnhofspolizei und eine ICE-Lok; los geht es um 11 und um 14 Uhr im Showroom.

Von 14 bis 17 Uhr können Interessierte außerdem in den Räumen der Bahnhofsmission am Gleis 11 bei Kaffee und Kuchen mit Mitarbeitenden und Gästen ins Gespräch kommen - und mehr über die Aufgaben der Bahnhofsmission erfahren: An 365 Tagen im Jahr finden dort unter anderem Obdachlose, Flüchtlinge, psychisch Kranke und Menschen auf der Durchreise rund um die Uhr Hilfe oder Zuflucht.

Im vergangenen Jahr hatten die rund 150 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden mehr als 102.000 Kontakte zu Gästen, unter anderem bei der Brot- und Teeausgabe. Pro Tag führten sie im Durchschnitt um die 60 Beratungsgespräche - insgesamt waren es 2016 fast 90.000. Rund 1.250 Kinder haben sie im Rahmen von "Kids on tour" beim Bahnfahren begleitet und etwa 2.350 Mal beim Umsteigen geholfen. Außerdem bietet die Bahnhofsmission nachts einen Schutzraum für Frauen und Kinder.

Das Motto des Tages der Bahnhofsmission gilt auch für die tägliche Arbeit: "Als niedrigschwellige Beratungsstelle sind wir offen für alle und schicken keinen weg, sondern versuchen mit den Hilfesuchenden die nächsten Schritte zu gehen", sagt Simone Slezak, die die Evangelische Bahnhofsmission leitet. Generell seien die hilfesuchenden Menschen in letzter Zeit verzweifelter geworden; auch die Zahl der Fälle mit psychischen Auffälligkeiten habe zugenommen. "Viele Menschen haben sehr komplexe und schwierige Lebensgeschichten, da ist es manchmal nicht einfach, Perspektiven aufzuzeigen", sagt Bettina Spahn, Leiterin der Katholischen Bahnhofsmission. "Wir versuchen, nicht nur die Situation zu klären, sondern unterstützen im Einzelfall ganz konkret."

120 Jahre Münchner Bahnhofsmission:

In diesem Jahr wird die Bahnhofsmission 120 Jahre alt: 1897 begannen die Frauen des Marianischen Mädchenschutzvereins mit dem Betrieb der Katholischen Bahnhofsmission. Kurz darauf eröffnete der "Verein Freundinnen junger Mädchen" die Evangelische Bahnhofsmission. Im Mittelpunkt stand der Schutz junger Mädchen. Aufgrund der Industrialisierung kamen immer mehr von ihnen in die Stadt; sie wurden schon am Bahnhof oder bereits in den Zügen angesprochen und erhielten unseriöse Angebote in Gastronomie, Fabriken oder Prostitution. Auch wenn die Bahnhofsmission in der Anfangszeit vier - nach Konfessionen und Geschlechtern getrennte - Türen hatte, fand damals schon ökumenische Zusammenarbeit statt. Heute sind die Träger der Münchner Bahnhofsmission das Evangelische Hilfswerk, eine Tochtergesellschaft der Inneren Mission, und IN VIA München e.V. - Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit.

120 Jahre Münchner Bahnhofsmission
Tag der Bahnhofsmission und 120 Jahre Bahnhofsmission München

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