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Lebendige Sterbe-Kultur im Reischlhof

08. April 2011
Die Mitarbeitenden des Evangelischen Pflegezentrums im Reischlhof haben gemeinsam eine Leitlinie für den Umgang mit Sterben und Tod erarbeitet.

In dem dreiseitigen Text heißt es gleich zu Beginn, die vom Leitbild der Inneren Mission abgeleitete „Hilfe im Leben schließt die würdevolle Begleitung im Sterben mit ein“. Die Betreuung und Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen sowie palliative Pflege könnten „nicht von einem Arzt verordnet werden“ sondern seien eine Frage der Haltung, die in der Einstellung der Pflegekräfte zum Ausdruck komme.

Beistand für Sterbende und Angehörige sowie ein würdevoller Umgang mit den Toten gehörten somit unabdingbar zur Pflegeleistung im Haus. So werde beispielsweise großer Wert darauf gelegt, die Totenpflege selbst zu übernehmen und den Verstorbenen die von ihnen oder den Angehörigen ausgesuchte Kleidung anzulegen. Je nach Weltanschauung bekämen die verstorbenen dann „eine Blume, einen Rosenkranz oder einen sonstigen liebgewonnenen Gegenstand“ vor der letzten Reise in die Hände gelegt. Ganz bewusst würden die Toten das Heim auch durch den Haupteingang verlassen und „nicht verschämt durch den Keller getragen“: „Wir möchten, dass der Sarg mit dem Verstorbenen auf dem gleichen Weg unser Haus verlässt, so wie der Bewohner zu uns gekommen ist.“

In der letzten Lebensphase hätten die Angehörigen auch selbstverständlich die Möglichkeit, rund um die Uhr bei dem Sterbenden zu sein. Dafür würden schnell und unkompliziert bequeme Sitz- oder Schlafmöglichkeiten geschaffen. Im Zweifelsfall würden Mitbewohner eines Doppelzimmers kurzfristig hausintern verlegt, um dies zu ermöglichen. Nach dem Tod gedenke man des Verstorbenen in der „Trauerecke“ mit einem Kerzenlicht und einem Blumenstrauß, damit Mitbewohner und Pflegekräfte die Möglichkeit haben, sich zu verabschieden. In einem ökumenischen Gottesdienst werde zudem an diejenigen Menschen erinnert, die im vergangenen Jahr verstorben sind.

Ebenfalls im Fokus des gesamten Teams stehe die palliative – schmerzlindernde – Pflege. Hier setzt man im Reischlhof auf eine stetige Zusammenarbeit mit Ärzten und anderen externen Einrichtungen wie beispielsweise dem örtlichen Christophorus Hospizverein, dessen Mitarbeiter regelmäßig zu Besuchen ins Haus kommen. Zusätzlich finden auf den Zimmern regelmäßige Besuche von Pfarrern beider Konfessionen statt. Und außerhalb dieser Zeiten könnten Termine beispielsweise für eine Krankensalbung vereinbart werden.

* * * * * * *
Das Evangelische Pflegezentrum im Reischlhof gehört zur Hilfe im Alter, einer Tochtergesellschaft der Inneren Mission München. In München und Umgebung bietet das gemeinnützige Unternehmen in insgesamt sieben Heimen rund 950 Pflegeplätze an. Alle Einrichtungen sind zertifiziert und haben beim „Pflege-TÜV“ des MDK überdurchschnittliche Noten bekommen.


Die Mitarbeitenden des Evangelischen Pflegezentrums im Reischlhof haben in einem mehrmonatigen intensiven Prozess eine Leitlinie über den Umgang mit Sterben und Tod erstellt.

Die Mitarbeitenden des Evangelischen Pflegezentrums im Reischlhof haben in einem mehrmonatigen intensiven Prozess eine Leitlinie über den Umgang mit Sterben und Tod erstellt.
Ansprechpartner: Jan Steinbach
Telefon: 08092/ 85 33 10

Nachricht verfasst von: Klaus Honigschnabel


Einrichtung: Evangelisches Pflegeheim im "Reischlhof"


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