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Griechische Erzieherinnen für die Kleinen

16. Juli 2012
Angesichts des allgemeinen dramatischen Mangels an Erzieherinnen beschreitet die Innere Mission einen ungewöhnlichen Weg: Um Personallücken in ihren zwölf Kindertagesstätten zu schließen, hat der diakonische Träger Arbeitsverträge mit zehn Erzieherinnen aus Griechenland abgeschlossen.

Sie treten zu Beginn des Kindergartenjahres am 1. September erstmalig ihren Dienst in München an; ihre Anstellung ist unbefristet. Für Rosemarie Reichelt, Leiterin der Abteilung Kindertageseinrichtungen, ist das eine „absolute Win-Win-Situation“: „In Griechenland sind Erzieher arbeitslos und wir suchen händeringend welche.“

Zwei Tage dauerten die Vorstellungsgespräche in Athen; von den 16 Frauen, die dabei vorsprachen, konnte Rosemarie Reichelt zehn gewinnen, hier qualifizierte Arbeit zu tun. „Einige von ihnen sind mehr als 1.000 Kilometer gefahren, um sich vorstellen zu können.“ Die meisten von ihnen hätten in Griechenland überhaupt keine Chance, eine Stelle zu finden.

Sie sei „unglaublich positiv überrascht“ von dem Potential der Bewerberinnen gewesen, sagte Reichelt. Nicht nur, weil sie fast alle sehr gut Deutsch sprachen – eine Grundvoraussetzung – sondern weil sie auch fachlich überzeugt hätten. In Griechenland dauere das Studium an der Universität acht Semester; der Abschluss als Diplom-Erzieher werde in der Bundesrepublik anerkannt. Auch die Stadt München habe der Anstellung zugestimmt; die Resonanz der Elternbeiräte sei ebenfalls „durchweg positiv“.

Da nun alle bürokratischen Hürden genommen sind, bleibe nur noch ein Problem: Die Griechinnen müssen in München oder Umgebung eine bezahlbare Wohnung finden. Viele seien auch bereit, eine Unterkunft zu teilen, so Reichelt bei einer Pressekonferenz am heutigen Montag. Deshalb suche man derzeit händeringend nach Wohnraum. „Die stehen alle schon in den Startlöchern und wollen wissen, wann es denn nun losgeht.“

Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission München, kritisierte die Politik, die zwar die Deckungsquote für die Versorgung mit Plätzen in Kindertageseinrichtungen festgelegt, sich jedoch nicht gleichzeitig um Rahmenbedingungen für die Ausbildung von Erzieherinnen gekümmert habe. „Der Personalbedarf war absehbar, aber die Politik in Bund und Land hat nur die Bauten gefördert und nicht gleichermaßen die Ausbildung von qualifiziertem Personal unterstützt.“

Die Innere Mission habe deshalb bereits vor drei Jahren eine eigenen Ausbildungsstätte für Erzieherinnen ins Leben gerufen und dafür rund 1,5 Millionen Euro an Eigenmitteln investiert. Es sei jedoch „unzumutbar, dass die Ausbildung von dringend benötigten Erziehern den Träger und die Schüler selber Geld kostet“. Die Ausbildung in diesem Bereich müsse kostenlos sein, forderte der IM-Vorstand.

Zudem müssten Erzieher besser bezahlt werden. Für eine zehnprozentige Gehaltssteigerung würde ein Platz im Kita-Bereich monatlich um rund 50 Euro teurer werden, im Krippenbereich 100 bis 120 Euro. Als Träger können man aber nur die Mittel zur Verfügung stellen, die man aus Steuermitteln oder durch Elternbeiträge erhalte, sagte er. „Politiker müssen ihren schönen Worten jetzt endlich Taten folgen lassen beispielsweise indem sie den Basiswert für die Kita-Finanzierung entsprechend anheben.“

Angesichts der Personalverstärkung bei ihren Erzieherinnen haben die Kinder in den Einrichtungen der Inneren Mission künftig gut lachen.

Angesichts der Personalverstärkung bei ihren Erzieherinnen haben die Kinder in den Einrichtungen der Inneren Mission künftig gut lachen.
Ansprechpartner: Rosemarie Reichelt
Telefon: 089/ 12 69 91 151

Nachricht verfasst von: Klaus Honigschnabel


Einrichtung: Geschäftsstelle der Inneren Mission München


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