Innere Mission München

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Karl-Buchrucker-Preis

Journalistenpreis für Beiträge zu sozialen Themen

Die Innere Mission München vergibt einmal im Jahr den Karl-Buchrucker-Preis für Veröffentlichungen, die sich in besonderer Weise mit sozialen und diakonischen Themen  befassen. Ziel des Karl-Buchrucker-Preises ist es, den Stellenwert sozialer und diakonischer Arbeit in der Öffentlichkeit zu fördern. Daher zeichnet die Innere Mission mit diesem Preis Veröffentlichungen aus, die sich mit sozialen und diakonischen Themen beschäftigen und zu deren Diskussion anregen.

Beiträge

Eingereicht werden können neben journalistischen Beiträgen aus den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen und dokumentarische Fotografie auch Video-Produktionen sowie journalistische Formen aus dem Internet. Ferner müssen alle eingereichten Beiträge einen Bezug zu München – dem Sitz der Inneren Mission – haben. Beiträge und Berichte über eigene Einrichtungen oder Dienste kann der Preisauslober bei der Bewerbung seriöserweise nicht akzeptieren.

Preise

Der Preis ist jährlich mit insgesamt 11.000 Euro dotiert. Neben dem mit 5.000 Euro dotierten Karl-Buchrucker-Preis gibt es einen Nachwuchspreis für junge Journalisten sowie einen Themen-Preis (jeweils mit 3.000 Euro dotiert). Dessen Fokus liegt in diesem Jahr auf Beiträgen, die zeigen, unter welchen Rahmenbedingungen Kinder und Jugendliche heutzutage nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern aufwachsen - und was dieses für Auswirkungen auf die Zukunft hat.

Jury

Die Jury besteht aus namhaften Experten aus den Bereichen Publizistik, Kunst, Kirche und Medien. Die Preisverleihung findet jeweils im März eines Jahres statt, um an die Gründung der Inneren Mission München am 23. März 1884 zu erinnern. Die Schirmherrschaft hatte der kürzlich verstorbene Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Roman Herzog inne.

Preisträger 2018

Ausgezeichnet für herausragenden Journalismus (v.l.n.r.): Christina Berndt, Till
Cöster, Katharina Hübel und Pia Ratzesberger. Fotos: Erol Gurian

 

Hauptpreis für Dr. Christina Berndt (SZ) und Till Cöster (ZDF)

Der Karl-Buchrucker-Preis der Inneren Mission geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Preisträger: Ausgezeichnet wurden Christina Berndt für ihr in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichtes Porträt "Paul sieht Rot" über einen an Schizophrenie erkrankten 34-Jährigen sowie HFF-Absolvent Till Cöster für seine vom ZDF gezeigte Langzeit-Dokumentation "Super Friede Liebe Love".

Die promovierte Biochemikerin Christina Berndt (48) beschreibt in ihrem Porträt "sehr sensibel die Grenze zwischen Normalsein und Verrücktheit, zwischen Krankheit und Kreativität", so die Meinung der Jury. Als Leser lerne man "immer enger einen Menschen und Künstler kennen, seine verstörende Erlebniswelt, seinen Kampf gegen die Krankheit und dafür, dass mehr Menschen ihn und seine Leidensgenossen akzeptieren und verstehen", hob Ulrich Brenner in seiner Laudatio >> hervor.

Der zweite Preisträger, Till Cöster, der an der renommierten Münchner Hochschule für Fernsehen und Film Spielfilm-Regie studiert hat, beobachtete in seinem Film fast drei Jahre lang die ehemals obdachlosen Bewohner des vom Katholischen Männerfürsorgevereins betriebenen Hauses an der Kyreinstraße. Johanna Haberer, Professorin für Christliche Publizistik und Jury-Mitglied, betonte in ihrer Laudatio >>, der Film stelle im wahrsten Sinne des Wortes "eine Zumutung" dar: "Es ist ein Film über das Leben von Männern, die keinen Platz mehr im Leben der Anderen haben."

Themenpreis für Katharina Hübel (BR)

Den Themenpreis erhielt die 37-jährige Hörfunkreporterin Katharina Hübel für ihre im "Notizbuch" auf Bayern 2 ausgestrahlte "Nah dran"-Reportage "Eltern ohne Rechte - Das extreme Leben als Pflegefamilie". Hübel, die beim Bayerischen Rundfunk volontiert hat, schildert in ihrem Feature das fragile Verhältnis zwischen Pflegekindern und -eltern - nach Ansicht der Jury "ein Thema, das viel Freud und Leid enthält und oft vergessen wird" - sozusagen "Elternschaft Hardcore".

Jury-Mitglied Till Krause sagte in seiner Laudatio >>, die Sendung sei deshalb so gut geworden, "weil sie den Spagat hinbekommt zwischen authentischen Einblicken und reflektiertem Einordnen". Katharina Hübel zeige auf, welche Sorgen Pflegeeltern haben, sie erkläre, was besser sein müsste, aber sie skandalisiere nicht: "Stattdessen zeigt sie etwas, bei dem sich Journalisten oft schwer tun: Gute Nachrichten."

Nachwuchspreis für Pia Ratzesberger (SZ)

Der Nachwuchspreis ging an die 27-jährige Journalistin Pia Ratzesberger für ihren in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Text "Lieber Gott, gib uns Platz", in dem sie die bedrückende Enge einer dreiköpfigen Familie schildert, die auf 25 Quadratmetern lebt.

Laudatorin Marion Glück-Levi würdigte in ihrer Laudatio >> den Text als "sehr eindringlich und lebendig, genau beobachtend und empathisch". Die Autorin verstehe es "meisterlich, in knappen Sätzen ein ganzes Panorama zu skizzieren: die desolate Wohnungssituation in dieser reichen Stadt, oder auch, dass Wohnungsnot nicht gleich Wohnungsnot ist". Hinter dem sprachlich hervorragend geschriebene Stück stünden zudem profund recherchierte harte Fakten.

Weitere Ansprachen:

Ansprache Dr. Günther Bauer >>

Grußwort Peter Gleue >>

Grußwort Martin Wagner >>

Teilnahmebedingungen

Autoren, Journalisten oder auch Redaktionen können bereits veröffentlichte Beiträge einreichen; ebenso können Bürgerinnen und Bürger Beiträge vorschlagen. Wir nehmen Bewerbungen aus folgenden Bereichen entgegen:

  • Print (Zeitschriftenartikel, Essays, Fachartikel und -bücher sowie literarische Werke)
  • Hörfunk (CD)
  • Fernsehen (DVD)
  • Neue Medien (wie zum Beispiel Internet-Blogs)
  • Video-Produktionen (DVD)
  • Dokumentarische Fotografie (Einzelbilder oder Serien; es sind ausschließlich Papierabzüge einzureichen)


Die Beiträge müssen einen Bezug zu München aufweisen und jeweils in fünffacher Ausführung mit Angabe der biographischen und bibliographischen Daten (Name, Anschrift und Geburtsdatum des Autors/Urhebers, Veröffentlichungsmedium, -ort und -datum) schriftlich eingereicht werden und verbleiben bei der Inneren Mission München.

Als Obergrenze für den Nachwuchspreis gilt aktuell der Geburtsjahrgang 1984.

Für den Themenpreis 2018 werden Beiträge gesucht, die zeigen, unter welchen Rahmenbedingungen Kinder und Jugendliche heutzutage nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern aufwachsen - und was dieses für Auswirkungen auf die Zukunft hat.

Die Urheberrechte an den Beiträgen werden durch die Preisverleihung nicht berührt. Bei der Verwendung personenbezogener Daten (z.B. Fotos) muss eine schriftliche Einverständniserklärung der Betroffenen vorliegen.

Einsendeschluss

Bis zum 10. Januar eines jeden Jahres können Beiträge, die im Vorjahr veröffentlicht worden sind, eingereicht werden.


Bewerbungen bitte senden an:

Innere Mission München
Geschäftsführung
Karl-Buchrucker-Preis
Landshuter Allee 40
80637 München

Weitere Informationen unter:
Telefon: 089/12 69 91-121
Telefax: 089/12 69 91-129
E-Mail: khonigschnabel(at)im-muenchen.de

Über den Namensgeber

Karl Buchrucker wurde am 19. November 1827 als Sohn eines Pfarrers in Kleinweisach geboren. 1873 wurde Buchrucker erster Pfarrer und Dekan in München. Am 23. März 1884 rief er den „Lokalausschuss der Inneren Mission” ins Leben. 1885 fand die erste offizielle Mitgliederversammlung des „Vereins für Innere Mission München” statt. Im selben Jahr wurde Buchrucker auch zum Oberkonsistorialrat ernannt.


1890 überreicht ihm Prinzregent Luitpold von Bayern das Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone, verbunden mit dem persönlichen Adel. 1897 wurde ihm der Titel eines „Königlichen geheimen Rates” verliehen. Karl Buchrucker agierte als Organisationstalent und wichtige Integrationsfigur in der bayerischen Landeskirche. Es gelang ihm, die lokal begonnenen Werke verschiedener Traditionen und Konzeptionen innerhalb der Inneren Mission zu vereinigen, um „die Seelen vom Verderben zu erretten, so viele wir können”. Er starb am 29. Januar 1899 in München.

Bisherige Preisträger

2018

Hauptpreis:

Dr. Christina Berndt für ihr Portait "Paul sieht Rot" >> (SZ) und Till Cöster für seinen Dokumentarfilm "Super Friede Liebe Love" >> (ZDF)

Themenpreis:

Katharina Hübel für ihre Reportage "Eltern ohne Rechte - das extreme Leben als Pflegefamilie" >> (Bayern 2)

Nachwuchspreis:

Pia Ratzesberger für ihren Text  "Lieber Gott, gib uns Platz" >> (SZ)

 

2017

Hauptpreis:

Esther Bernstorff für ihr Drehbuch zum Spielfilm "Ein Teil von uns" (ARD/BR)

Themenpreis:

Annabel Wahba für ihre Reportage "Unter einem Dach" >> (ZEITmagazin)

Nachwuchspreis:

Abdul Basir Abid, Rania Mleihi, Ameen Nasir, Lamin Mane und Sulayman Jode für die Sendereihe "Messages of Refugees" >> (Bayern2)

 

2016

Hauptpreis:

Ann-Kathrin Eckardt für ihr Essay "Gute Menschen" >> (Süddeutsche Zeitung) und Beate Greindl für ihre Fernsehreportage "Der Kommissar und seine Söhne" (BR-Lebenslinien)

Themenpreis:

Wolfgang Kerler für seine Radio-Reportage "Milliongeschäft Asyl - Wer an den Flüchtlingen verdient" >> (BR-B5aktuell)

Förderpreis:

Maria Gerhard für ihre Reportage "Familienglück auf Umwegen" >> (Münchner Merkur)

 

2015

Hauptpreis:

Juliane Schiemenz für die Reportage „Alzheimer on the Road” >> (Reportagen)

Themenpreis:

Johannes von Creytz für das Radio-Feature „Kein Recht auf Ehe” (BR-Notizbuch)

Themenpreis:

Christine Ulrich für ihre Reportage „Ein ganzer Kontinent kommt” (Münchner Merkur)
Bernd Kastner für seine kontinuierliche und kritische Berichterstattung über die Flüchtlings-Thematik, zum Beispiel „Wir hübschen das Ganze für die Seele auf” >> und „Wie Gerüchte Angst machen” >> (Süddeutsche Zeitung).

 

2014

Hauptpreis:

Sophie Rohrmeier für die Reportage „Vergittert” (Süddeutsche Zeitung)
und Dr. Hans Holzhaider für die Reportage „Die beste Zeit des Lebens” (Süddeutsche Zeitung)

weitere Preise:

Marlene Halser für die Reportage „Das erste Hemd” (chrismon PLUS)
Eva Leitolf für die Fotoserie „Clearing” (ZEIT Magazin)

 

2013

Hauptpreis:

Karin Steinberger für die Reportage „Euer Elend kotzt mich an” (Süddeutsche Zeitung)

weitere Preise:

Elisabeth Mayer für den Film „Der hinkende Engel”
Lea Hampel für die Reportage „Herbergssuche” (chrismon)

 

2012

Hauptpreis:

Susanne Kellermann, Josephine Ehlert und Wolfgang Cerny für den Kurzfilm „Die Zeit dazwischen”

weitere Preise:

Mina Esfandiari für das Fotobuch „miyaneh - dazwischen”
Dr. Claus Hecking für die Reportage „Die Knastdozenten” (Financial Times Deutschland)

 

2011

Hauptpreis:

Marc Haenecke, Susanne Petz und Harald Rumpf für den Fernsehfilm „Zwischen Welten - Vom Aufwachen in einem anderen Leben” (arte)

weitere Preise:

Birgit Lutz-Temsch für den Erfahrungsbericht „Am schlimmsten ist die Liebe” (Süddeutsche Zeitung)
Andreas Labes für das Fotobuch „100 Jahre Leben” (Deutsche Verlagsanstalt München)

 

2010

Hauptpreis:

Marco Maurer und Daniel Etter für den Artikel „Sie weinte und tanzte weiter” (Süddeutsche Zeitung)

weitere Preise:

Michaela Handrek-Rehle für die Fotoreportage der Ausstellung „Einblicke - Augenblicke - Ausblicke”
Bastian Obermayer für die Reportage „Haus geträumt” (Süddeutsche Zeitung Magazin)

 

2009

Hauptpreis:

Uli Kick für den Film „Klassenkampf” (Bayerisches Fernsehen)

weitere Preise:

Cathrin Kahlweit für die Reportage „Gefangen im Unaussprechlichen” (Süddeutsche Zeitung)
Doris Schleich für das Feature „Billige Betreuungskräfte? Aus dem Alltag einer Pflegemutter”
(Bayern 2 Radio, Notizbuch)

 

2008

Hauptpreis:

Caroline Wörmann für die Serie „Leben im Alter” (Münchner Merkur)
und Armin Geier für die Serie „Zukunft Alter” (tz)

weitere Preise:

Max Kronawitter für die Reportage „Sterbezeit ist Lebenszeit” (Bayerisches Fernsehen/ARD)
Farida Heuck fur ihre Multimedia-Installation „Zertifikat Deutsch” (Galerie „Künstler BBK München”)

 

2007

Hauptpreis:

Elisabeth Dostert für „Der Durchboxer” (Süddeutsche Zeitung)

weitere Preise:

Beate Schäfer für die Reportage „Unser Leben mit Markus – eine außergewöhnliche Pflegefamilie”
(Bayerischer Rundfunk)
Ralph Gladitz für den Film „Wenn Elefant und Löwe den Bolero tanzen” (Bayerisches Fernsehen).

 

2006

Hauptpreis:

Ariela Bogenberger für „Marias letzte Reise” (Bayerisches Fernsehen)

weitere Preise:

Tanja Rest für die Reportage „Aufsatz ist nicht unsere Stärke” (Süddeutsche Zeitung)
Erol Gurian für den Foto-Essay „Die Witwen von Srebrenica” (Zenith).

 

2005

Hauptpreis:

Bernd Kastner für Sozialreportagen im Lokalteil (Süddeutsche Zeitung)

weitere Preise:

Uta Claus für den Film „Mein Schatz bleibt bei mir” (ZDF, 37 Grad)
Gerhard Born für die Evangelische Morgenfeier „Sparen muss sein - aber nicht an der Liebe”
(Bayerischer Rundfunk).

 

2004

Hauptpreis:

Redaktion „Das Notizbuch” des Bayerischen Rundfunks für „Menschen mit Behinderungen”
(Bayerischer Rundfunk, B2)

weitere Preise:

Claudia Fromme für das Portrait „Die Berührbare” (Süddeutsche Zeitung)
Alexia Späth für „Ohne Pass und Papiere: Illegal in Deutschland” (Bayerisches Fernsehen).

 

2003

Hauptpreis:

Rita Homfeldt für „Phönix aus der Asche - Autisten spielen Theater” (Bayerischer Rundfunk, B2)

weitere Preise:

Gabriela Sperl / Christian Wagner für den Spielfilm „ghettokids” (Bayerisches Fernsehen)
Christiane Tramitz für die Reportage „Zerrupfte Paradiesvögel” (Süddeutsche Zeitung)

 

2002

Hauptpreis:

Gunther Franke für den Spielfilm „Ich verstehe, was du fühlst.
Über den Umgang mit alten verwirrten Menschen” (Bayerisches Fernsehen)

weitere Preise:

Nele Ströbel für die Installation „Sonnenhof” in der Kindertagesstätte Neuhausen
Santiago Sierra für die Video-Installation „Performances”.

2001

Hauptpreis:

Max Kronawitter für den Spielfilm „1000 Jahre möchte ich alt werden!” (Bayerisches Fernsehen)

weitere Preise:

Dorlies Landwehr für die Hörfunkreportage „Beistand im Knast - Seelsorge im Frauenstrafvollzug”
(Bayerischer Rundfunk, B2)
Cécile Prinzbach für „Vaterbilder - Papa kann das auch!” (BISS)

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