Innere Mission München

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14. Januar 2019

„Sie waren und bleiben ein Engel für uns!“

Stabwechsel an der Spitze des Friedrich-Meinzolt-Hauses in Dachau-Ost

An der Spitze des Friedrich-Meinzolt-Hauses hat zum Jahreswechsel auch ein Stabwechsel stattgefunden: Silvia Große ist seit dem 1. Januar neue Leiterin des von der Hilfe im Alter getragenen Pflegeheims. Mitte Januar fand ihre feierliche Einführung statt, in deren Rahmen auch der langjährige Heimleiter Thomas Wille in den Ruhestand verabschiedet wurde. Interimsheimleiter Christian Zanke hat zwischenzeitlich eine andere Aufgabe im Bereich der Altenhilfe übernommen.

Bei dem Gottesdienst im Andachtsraum stand der bewegende Abschied des ehemaligen Heimleiters im Vordergrund: Wille (58) war 1997 zur Inneren Mission gekommen, wo er zuerst für vier Jahre die Leitung des Lindenhofs in Grafenaschau übernahm und das Haus wirtschaftlich und fachlich auf Vordermann brachte, bevor er dann nach Dachau wechselte. Im August 2015 erlitt er unverschuldet einen Verkehrsunfall mit schwerwiegenden Folgen, die es ihm unmöglich machten, seinen Beruf weiter auszuüben.

Gerhard Prölß, Geschäftsführer der Hilfe im Alter, betonte, Wille habe seine Arbeit "stets aus Berufung und immer gerne gemacht"; der plötzliche Unfall sei für ihn und das Heim regelrecht eine Zäsur gewesen.

Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission, sagte, "Pflege" sei das bestimmende Lebensthema von Thomas Wille gewesen, der in Brasilien als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren worden war: Nach der Schule habe er eine Ausbildung zum Pflegehelfer gemacht, dann die Ausbildung zur Pflegefachkraft absolviert, schließlich eine Stationsleitung übernommen sowie bei einem ambulanten Dienst zuerst mitgearbeitet und dann auch die Pflegedienstleitung innegehabt.

Veränderungen in der Pflege gingen nicht "radikal und wenn man mit der Hand auf den Tisch schlägt", sagte Bauer; sie brauchten vielmehr Zeit und Raum, damit sich die Teams dem gewünschten Ziel annähern könnten. "All das haben Sie in Ihrer ruhigen und leisen Art immer sehr erfolgreich getan."

Nach dem tragischen Unfall habe man seitens des Trägers alles getan, um ihn bestmöglich zu unterstützen. So sei die Stelle erst einmal nicht mehr besetzt worden: "Wir wollten Ihnen alle Möglichkeiten offenhalten." In der Familie und im Friedrich-Meinzolt-Haus hätten viele geholfen, diese Zeit mitzutragen. Bauer wörtlich: "Das ist ein Reichtum, den man nicht groß genug einschätzen kann."

Erst jetzt, da die Genesung fortgeschritten sei und man absehen könne, dass er die Berufslaufbahn nicht mehr wieder aufnehmen könne, erfolge die Nachbesetzung. Als Dank für seine Dienste bekam Wille dann das Goldene Kronenkreuz überreicht, die höchste Auszeichnung, die die Diakonie in Deutschland vergeben kann.

Dank kam auch von den unmittelbaren Nachbarn, der evangelischen Gnadenkirche, wo Wille als Prädikant in Gottesdiensten tätig war. Pfarrerin Ulrike Markert erinnerte an den "guten Geist, der zwischen hüben und drüben weht und den Sie ganz maßgeblich mitgetragen haben".

Die nachbarschaftliche Hilfe sei dabei ganz konkret gewesen: So habe der Heimleiter aus seinem Büro tagsüber die auf seine Anregung hin offene Kirchentür im Auge gehabt - und die Pfortenmitarbeiterinnen hätten diese dann jeden Abend zugesperrt. Die Mesnerin und langjährige Kirchenvorstandskollegin Maria Simonis sagte: "Sie waren und bleiben ein Engel für unsere Gemeinde!"

Thomas Wille bedankte sich sichtlich gerührt bei allen Gratulanten und wies vor allem auf seine Mitarbeiterschaft hin: " Ich hatte große Freude in der Arbeit und daran war vor allem mein Team schuld." Zwischenzeitlich sei seine Seele zur Ruhe gekommen und er könne nun ganz beruhigt sein Rentnerdasein genießen und nach vorne schauen. Und wenn es dann möglich sei, werde er auch gerne wieder für Gottesdienste und Andachten zur Verfügung stehen.

Silvia Große, die neue Heimleiterin, kennt die Hilfe im Alter schon seit geraumer Zeit: Die 44-Jährige war seit Mai 2013 im Evangelischen Pflegezentrum in Eichenau als Assistenz der Heimleitung tätig. Die gebürtige Cottbuserin ist gelernte Physiotherapeutin und hat sich dann durch zahlreiche Weiterbildungen zur Heimleiterin qualifiziert.

Ihr Fokus richte sich in dem Haus, das traditionellen Charme mit frischer Moderne verbinde, vor allem auf die Bewohner, die Mitarbeitenden und das gesamte Umfeld. "Die Bewohner sollen in Dachau-Ost einen würdevollen Lebensabend verbringen." Ihr Angebot laute zudem: "Meine Tür steht immer offen." Und einen Blick auf die offene Kirchentür auf der anderen Straßenseite wird sie sicherlich auch haben.

Stabwechsel an der Spitze des Friedrich-Meinzolt-Hauses in Dachau-Ost: Silvia Große (2.v.l.) folgt auf den langjährigen Heimleiter Thomas Wille (2.v.r.)

Kontakt

  • Silvia Große
    Leiterin, Evangelisches Alten- und Pflegeheim "Friedrich-Meinzolt-Haus"

    Ludwig-Ernst-Straße 12
    85221 Dachau
    Tel.: 08131/33 38-0
    sgrosse(at)im-muenchen.de

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