Innere Mission München

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20. Juli 2020

"Hoffnung, Licht und ein offenes Ohr"

Fünf Jahre Lighthouse Welcome Center® aus der Perspektive Geflüchteter

Seit Dezember 2014 steht die kleine, gelb-weiß gestrichene Hütte auf dem Gelände der Bayernkaserne im Münchner Norden. Das Lighthouse Welcome Center® ist ein richtiger Blickfang in dem sonst eher öden Umfeld.

Gegründet wurde das Willkommensprojekt von der Lichterkette e.V. und der Inneren Mission München; die Startfinanzierung kam von Ingvild Goetz Philantropy. Damals war die Bayernkaserne noch Erstaufnahmeeinrichtung für geflüchtete Menschen, die dort registriert und weiter verteilt wurden. Als die Erstaufnahmeeinrichtung Ende 2016 geschlossen wurde, zog das Lighthouse an einen neuen Standort in der Bayernkaserne um. Seitdem kümmert sich das Team um die Bewohner*innen in den dezentralen Unterkünfte der Stadt München, die dort meistens für längere Zeit leben.
 
Viele Geflüchtete in München kennen das Lighthouse Welcome Center®, das für sie "Hoffnung, Licht und ein offenes Ohr bedeutet", wie Sayed Sayedi formuliert. Er hat selbst im Lighthouse mitgearbeitet, als einer der zahlreichen Ehrenamtlichen, die die Menschen bis heute mit einem freundlichen Lächeln willkommen heißen und ihnen helfen, sich in München zu orientieren. Oder Yasin Rahmati, der froh war über die vielen nützlichen Informationen, die er dort bekam – und über den kostenlosen Tee oder Kaffee. "Das fand ich alles toll." Ein anderer junger Mann, der in der Bayernkaserne lebt, schätzt die Ausflüge und gemeinsamen Spiele, bei denen er sein Deutsch verbessern kann und in Kontakt zur einheimischen Bevölkerung kommt.

In Zusammenarbeit mit dem NeuLand-Team ist jetzt eine Jubiläumsausgabe entstanden, die die Arbeit des WelcomeCenters dokumentiert (siehe Anhang). Darin berichten fünf Geflüchtete beispielhaft über ihre Erfahrungen mit der gelebten Willkommenskultur und geben Einblick in ihr Leben in München. "Die Zusammenarbeit hat uns viel Spaß gemacht", sagt Susanne Brandl, Gründerin und Vorsitzende des NeuLand e.V.

Seit Sommer 2018 ergänzt das Lighthouse mobil - #miteinanderinmuenchen das Anliegen des Lighthouse Welcome Centers®, sich für ein friedliches Zusammenleben in München einzusetzen. Die spendenfinanzierte, mit einem Elektromotor ausgestattete Piaggio Ape fährt zu anderen Unterkünften und ist bei Events und Stadtteilfesten anzutreffen. Das kleine Gefährt mit dem umweltfreundlichen Elektromotor wird so zum Treffpunkt von Ehrenamtlichen, Geflüchteten und Anwohner*innen.

"Das Lighthouse fördert auf ganz direkte Weise Toleranz und Verständigung in der bayerischen Landeshauptstadt", bestätigt Andrea Betz, Leiterin der Abteilung Hilfen für Flüchtlinge, Migration und Integration der Inneren Mission München. Seit Anfang an – und rechtzeitig, bevor im Herbst 2015 Tausende Geflüchtete am Münchner Hauptbahnhof ankamen – sorgen die Lighthouse-MitarbeiterInnen und zahlreiche Ehrenamtliche mit vielfältigen Angeboten und Projekten dafür, dass sich Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen näherkommen, voneinander lernen und Vorurteile abbauen.

Zudem hat das Lighthouse-Team das digitale Angebot im Rahmen der Corona-Krise erheblich erweitert. "Vieles davon wird auch in Zukunft ein fester Bestandteil der Kommunikation mit den Geflüchteten bleiben", ergänzt Myriam Brock, Vorstandsmitglied der Lichterkette e.V.

Menschen spielen Karten vor dem Lighthouse Welcome Center®
Im Lighthouse Welcome Center® heißen Ehrenamtliche geflüchtete Menschen willkommen.

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