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08. Februar 2021

Münchner Diakonie fordert: Keine Abschiebung während Corona

Geplanter Abschiebeflug nach Afghanistan widerspricht humanitären Werten

Die Diakonie München und Oberbayern fordert eine Aussetzung des für morgen (Dienstag, 9. Februar) geplanten Rückführungsflugs für abgelehnte Asylbewerber von München nach Afghanistan.

Vorstandssprecher Thorsten Nolting: "Wir halten Abschiebungen während der Corona-Pandemie für unverantwortlich." Aufgrund der Corona-Pandemie sowie der verschärften Sicherheits- und Gefährdungslage in dem Land müssten die vom Bundesinnenministerium geplanten Abschiebungen dringend ausgesetzt werden. Dem Deutschen Ärzteblatt zufolge hatten sich in Afghanistan allein bis Oktober mehr als zehn Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Nolting weiter: "Das seit Jahrzehnten von Kriegen und Krisen gebeutelte Land ist mit dieser Situation völlig überfordert. Mit einer kirchlich-diakonischen Erwartung an die Einhaltung von Menschenrechten seien diese Abschiebung nicht zu vereinbaren.

Andrea Betz, Abteilungsleiterin Flucht und Migration der Diakonie München und Oberbayern ergänzt: "Es widerspricht unseren humanitären Werten, Menschen, die in Deutschland Schutz suchten, dieser Lebensgefahr auszusetzen." Die Ausreisepflicht nach einem rechtsstaatlich abgelehnten Asylantrag durchzusetzen, stelle der diakonische Träger nicht grundsätzlich in Frage. Doch aktuell seien die betroffenen Menschen einer großen Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt, wenn sie abgeschoben werden würden. "Das steht nicht im Einklang mit den Menschenrechten." Ebenso müssten Rückführungen in andere Länder, in denen die Sicherheitslage lebensbedrohlich ist und in denen die Coronapandemie wütet, ausgesetzt werden. Dies gelte beispielsweise für Länder wie Nigeria oder Ghana.

Klaus Honigschnabel

Die Diakonie München und Oberbayern fordert, Abschiebungen während der Pandemie auszusetzen. Foto: Andrea Betz

Kontakt

  • Andrea Betz
    Leiterin der Abteilung Flucht & Migration

    Landshuter Allee 40
    80637 München
    Tel.: 089/12 69 91-5101
    abetz(at)im-muenchen.de

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