• A
  • A
  • A

Altenpflege meets Tropeninstitut

Austausch zwischen dem Pflegezentrum Sendling und dem Tropeninstitut

Im Frühjahr traf die Corona-Pandemie Altenpflegeeinrichtungen überall mit voller Wucht: Veranstaltungen wurden abgesagt, Besuch durfte plötzlich nicht mehr ins Haus, Aufnahmen wurden gestoppt und Türen geschlossen. Christian Janke, Facharzt für Allgemein- und Tropenmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximilans- Universität München (LMU), rief zu Beginn der Pandemie die Altenpflegeeinrichtungen der Landeshauptstadt an, um seine Unterstützung anzubieten.

Ziel des Tropeninstituts war es, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse der Virologie in die Altenpflegepraxis zu integrieren, um somit präventive Maßnahmen ableiten zu können und auf einen möglichen Ausbruch frühzeitig vorbereitet zu sein. Kurz nach dem Anruf im Evangelischen Pflegezentrum Sendling fand bereits das erste Treffen statt.

Christian Janke wollte dem Haus keine Maßnahmen überstülpen, sondern "die Verantwortlichen ermutigen, diese selbst zu erarbeiten – und dabei beratend zur Seite stehen". Aus diesem Grund wurde eine interprofessionelle Arbeitsgruppe gegründet. Heraus kamen zahlreiche Maßnahmen und innovative Ideen, die das Sendlinger Team meist unmittelbar umsetzen konnte: Pausensituationen wurden entzerrt, Umkleideräume neu organisiert, Personal geschult, Schutzausrüstung gekauft und neue Kommunikationswege mit Angehörigen etabliert.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen entstand ein Leitfaden. Zusätzlich traf sich täglich eine Steuerungsgruppe. Sie setzte sich mit möglichen Infektionstreibern und den Schutzfaktoren im komplexen System eines Pflegezentrums auseinander, und formulierte konkrete Maßnahmen. So konnten die Verantwortlichen der Einrichtung Entscheidungen schnell treffen und anschließend breit kommunizieren. Gemeinsam mit dem Team der LMU reflektierten die Mitarbeitenden des Pflegezentrums die bereits getroffenen Maßnahmen und entwickelte diese weiter. Die dadurch wiedergewonnene Sicherheit war für alle Mitarbeitenden deutlich spürbar.

Rossana Noe

Ein Team des Tropeninstituts unterstützte das Pflegezentrum in Sendling.
Seite drucken