Innere Mission München

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28. September 2020

Der Neubau des Rupert-Mayer-Seniorenheim "Seehof" in Kochel eröffnet

Aus dem Seniorenheim "Seehof" in Kochel ist ein modernes Pflegezentrum geworden

Nach dreieinhalbjähriger Bauzeit ist jetzt das generalsanierte und um 12 Plätze erweiterte Rupert-Mayer-Seniorenheim Seehof in Kochel eingeweiht worden. Das direkt am See gelegene Pflegezentrum gehört den Schwestern von der heiligen Familie, die zur Diakonie gehörende Hilfe im Alter (HiA) betreibt es gemeinsam mit dem nur wenige Kilometer entfernten neuen Pflegezentrum in Schlehdorf. Der Umbau hat rund 7,4 Millionen Euro gekostet; das Haus verfügt nun über 74 Plätze in der stationären Pflege – einige davon haben See- bzw. Bergblick

Die Bauarbeiten an dem 1862 errichteten Bauernhof, der in seiner Geschichte schon Kneippbad und Hotel war und von den Schwestern 1917 übernommen wurde, sollten eigentlich bereits nach einem Jahr abgeschlossen sein, doch der Zeitplan habe sich nicht einhalten lassen, wie HiA-Geschäftsführer Gerhard Prölß sagte. "So ein altes Haus ist wie eine Wundertüte; an jeder Ecke gibt es eine neue Überraschung." Gemeinsam sei es jedoch gelungen, das Projekt zu Ende zu bringen, da Betreiber und Eigentümer dasselbe Ziel hatten: "Wir wollten an diesem Bilderbuch-Ort ein Haus bauen, in dem sich die Menschen wohlfühlen." Dies sei gelungen, "weil wir alle unsere Hausaufgaben gut gemacht haben". Die Politik habe es jedoch seit Jahren versäumt, die Rahmenbedingungen zu verbessern, kritisierte Prölß. Gute Pflege sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Pflegekräfte würden immer mehr an ihre Leistungsgrenzen stoßen. Prölß wörtlich: "Da muss endlich mehr passieren."

Schwester Maria Schöpf, Generaloberin der Schwestern von der heiligen Familie, sagte, ihre Gemeinschaft habe den Bau in den vergangenen Jahren betend begleitet. Zuerst seien nur kleinere Umbauten geplant gewesen, um die Atmosphäre zu verbessern. Aber dann habe sich herausgestellt, dass ein Gesamtkonzept nötig sei, um das Haus zukunftsfest zu machen. Sie dankte den Mitarbeitenden und den Bewohnern, die unter der Baustelle gelitten haben. Alle seien mit ihren Nerven an die Grenzen gekommen. Umso schöner sei es, dass nach dem Umbau die von Pater Rupert Mayer postulierte "Wärme in’s Haus einziehen kann". Diese gelte es nun, in der Alltagsarbeit an die pflegebedürftigen Menschen weiterzugeben. Dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen dankte sie für den Baukostenzuschuss in Höhe von rund 665.000 Euro.

Erster Bürgermeister Thomas Holz (CSU) sagte, er habe höchsten Respekt vor dem, was hier entstanden ist; der Anbau sei "einmalig, besonders und hervorragend". Das investierte Geld sei sehr gut angelegt. Zudem sei er sehr froh, im Ort ein so gut geführtes Haus zu haben. Der Landkreis ist seinen Worten zufolge derzeit mit rund 1.000 Pflegeplätze gut aufgestellt. Hochrechnungen hätten jedoch ergeben, dass im Jahr 2028 knapp 1.500 Plätze benötigt würden. "Da ist also noch Luft nach oben."

Architekt Christian Taufenbach sagte, man habe das alte Haus regelrecht "umpflügen" müssen, um ein modernes Pflegekonzept implementieren zu können. Darüber hinaus seien zahlreiche Gespräche mit Behörden nötig gewesen, die Einwände gegen das Bauvorhaben hatten. Schließlich sei es gelungen, das Wasserwirtschafts- und das Straßenverkehrsamt, den Naturschutz und die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung von dem Projekt zu überzeugen. "Aber bis wir die Baugenehmigung hatten, waren schon drei Jahre vergangen." Für den Umbau mussten das Fluchttreppenhaus aus Beton abgesägt und die alte Kapelle zerstört werden, erinnerte sich der Architekt. "Das Ganze war ein großes Abenteuer; hier sah es teilweise aus wie auf einer U-Bahn-Baustelle." Vom neu entstandenen Anbau habe man nun einen hervorragenden Ausblick auf die umliegende Natur. Dieser Anbau sei zudem bundesweit einmalig, da die oberen Stockwerke – einschließlich des Treppenhauses und des Liftschachts – komplett aus Holz errichtet wurden. "Das ist die Speerspitze des Holzbaus in der ganzen Republik."

Heimleiter Jörg Kahl gab zu, dass er aufgrund der Bauprobleme öfters "auch mal in die Tischkante hätte beißen wollen". Jetzt erlebe er aber den mit Lärchenholz verkleideten Anbau als "kleines Kunstwerk". Kahl dankte allen Mitarbeitenden, die trotz des manchmal durch Mark und Bein gehenden Lärms unermüdlich weitergearbeitet hätten. "Hut ab: Nie hat jemand gesagt, dass er das jetzt nicht mehr mitmacht." Jetzt hoffe er, dass die letzten Handwerker die Baustelle verlassen und das Team endlich Zeit finde, "sich mit den Dingen zu beschäftigen, die uns in der Pflege wirklich am Herzen liegen".

Gruppenbild von der Eröffnung des Rupert-Mayer-Seniorenheim „Seehof“ in Kochel

Kontakt

  • Gerhard Prölß, Geschäftsführer
    HWS Hauswirtschaft und Service GmbH

    Landshuter Allee 40
    80637 München
    Tel.: 089/12 69 91-132
    gproelss(at)im-muenchen.de

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