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28. Januar 2021

Diakonische Zusammenarbeit: Von Mitrovica nach München

Die Diakonie München und Oberbayern ist wieder ein Stück internationaler geworden.

Sieben junge Männer und Frauen aus dem Kosovo beginnen bei der Hilfe im Alter demnächst ein Freiwilliges Soziales Jahr – und werden anschließend zu Pflegefachkräften ausgebildet

Am frühen Morgen kamen sieben junge Menschen aus dem Kosovo in der bayerischen Landeshauptstadt an; sie werden bei der Hilfe im Alter 18 Monate lang ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Anschließend beginnen die aus Mitrovica stammenden Kosovo-Albaner an der Evangelischen PflegeAkademie ihre generalistische Ausbildung zum Pflegefachmann bzw. zur -fachfrau. 2025 sind sie nach Abschluss ihrer Prüfung examinierte Pflegefachkräfte. Doch zuerst einmal müssen die Sieben im Alter zwischen 19 und 24 Jahren coronabedingt in die Quarantäne.

Die Idee zu der Kooperation war vor gut drei Jahren bei einer Studienfahrt der Leitungsebene nach Mitrovica entstanden. Der Vorsitzende der Diakonie Kosova, Bernd Baumgarten, hatte damals von vielen Menschen berichtet, die aufgrund der desolaten Wirtschaftslage im Land mit einer Jugendarbeitslosigkeit von rund 70 Prozent gerne in Deutschland arbeiten wollten. Und da im Pflegebereich chronischer Personalmangel herrscht, erschien das Angebot als eine win-win-Situation. Doch dann dauerte es lange, bis alle Visumsfragen geklärt werden konnten. Bei einer weiteren Person sind die sogar immer noch offen; sie kann erst einreisen, wenn die Formalitäten geklärt sind.

Bernd Baumgarten ist froh, dass die Zusammenarbeit jetzt endlich ins Rollen kommt. "Die Gruppe hat sich intensiv vorbereitet und Deutsch gelernt; jetzt brennen alle darauf, endlich zum Einsatz zu kommen." Wenn sie dann nach ihrer Ausbildung als Fachkräfte im Pflegeberuf arbeiten können, sei dies eine Absicherung auch für ihre notleidenden Familien in der Heimat.

Dirk Spohd, Geschäftsführer der Hilfe im Alter, verspricht sich von der Kooperation auch sehr viel: "Es ist schön, dass dieses grenzüberschreitende Projekt jetzt endlich beginnt." Dies sei der wunderbare Beginn einer längerfristigen Kooperation zwischen den diakonischen Trägern. Zudem freue er sich auf hochmotivierte künftige Fachkräfte. In den ersten Monaten werde es vor allem darum gehen, die Deutschkenntnisse zu verbessern und pflegespezifische Begriffe und Ausdrücke zu erlernen. Das habe aber auch bei anderen Mitarbeitenden etwa aus Vietnam und China sehr gut geklappt.

Ihr Freiwilliges Soziales Jahr werden die neuen Mitarbeitenden dann in sieben Pflegezentren der Diakonie in München und Oberbayern absolvieren. Aber zuerst einmal werden sie vermutlich ausschlafen: Die Fahrt mit dem Bus von Mitrovica nach München dauerte gut 24 Stunden.

Klaus Honigschnabel

Sieben junge Männer und Frauen aus dem Kosovo sind heute in München angekommen. Sie werden zu Pflegefachkräften ausgebildet.

Kontakt

  • Dirk Spohd, Geschäftsführer
    Hilfe im Alter

    Landshuter Allee 40
    80637 München
    Tel.: 08141/36 38 013
    dspohd(at)im-muenchen.de

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