Innere Mission München

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"Ich habe gern mit Leuten zu tun"

Claudia Giese ist Gesicht und Stimme der Geschäftsstelle

Claudia Giese lacht viel. Sie ist gerade heraus, aufmerksam, verständnisvoll, pragmatisch. Alles mitzubekommen, gehört zu ihrem Job: Seit 20 Jahren arbeitet die Münchnerin am Empfang des Karl-Buchrucker-Hauses in der Landshuter Allee. Dort befindet sich die Geschäftsstelle der Inneren Mission. Sie kennt hier jeden. Und alle kennen sie. Sie gibt der Einrichtung ein Gesicht – und eine Stimme am Telefon, wenn alle möglichen Anfragen bei ihr ankommen.

Claudia Giese selbst sieht sich als Rädchen eines Sozialbetriebs mit vielen Abteilungen und Spezialisten, den das Miteinander auszeichnet. Und sie ist sich bewusst, wie wichtig ihre Menschenkenntnis für ihre Vermittlerrolle ist. Schließlich lautet eine oft gestellte Frage: "Können Sie mir helfen?"

Täglich mit Neuem konfrontiert

Bei ihr landen viele, die Auskunft über die Hilfeangebote der Inneren Mission wollen: zum Beispiel Menschen, die Wohnungsprobleme haben oder die Kleiderkammer suchen. Oder auch Mitarbeitende aus dem Haus, wenn sie Fragen zum Postversand haben. Genau diese Mischung liebt sie; das Überraschende, täglich mit Neuem konfrontiert zu sein.

"Ich habe gern mit Leuten zu tun", sagt die 66-Jährige. Daher freut sie sich, nun auch als Rentnerin weiter an drei Vormittagen pro Woche am Empfangstresen zu sitzen. Sie will langsam in den Ruhestand gleiten. "Sonst fällt mir daheim die Decke auf den Kopf", sagt die gelernte Einzelhandelskauffrau, die direkt nach der Lehre als Sachbearbeiterin gearbeitet hat.

Bei der Großmutter aufgewachsen

Dabei fehlt es ihr auch außerhalb des Karl-Buchrucker-Hauses nicht an Beschäftigungsmöglichkeiten: Sie arbeitet gerne in ihrem Schrebergarten, genießt es, sich bei Ausflügen in die Berge zu entspannen. Das Allerwichtigste ist für sie aber die Familie. Als Glück empfand sie es auch, dass sie bei ihrer Großmutter, einer Witwe, aufgewachsen ist. Die Oma war arm, konnte ihr nicht viel kaufen. Dafür lernte Claudia Giese bei ihr, dass man sich die wirklich wichtigen Dinge im Leben eh nicht kaufen kann: ein freundliches Wort, Wertschätzung und Empathie.


Gerhard Eisenkolb

Claudia Giese telefoniert am Empfang
Claudia Giese arbeitet seit 20 Jahren am Empfang des Karl-Buchrucker-Hauses. Foto: Klaus Honigschnabel
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