Innere Mission München

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„Ich will etwas im Leben zurückgeben"

Peter Gleue engagiert sich im Aufsichtsrat der Inneren Mission und als Hospizhelfer

Peter Gleue ist einer von elf Ehrenamtlichen, die sich im jüngsten Hospizbegleiterkurs im Evangelischen Alten- und Pflegeheim in Ebenhausen zu Hospizbegleitern haben ausbilden lassen. In dem über mehrere Monate laufenden Kurs lernen die Teilnehmer, sterbende und schwerkranke Menschen in den Tagen und Wochen vor ihrem Tod zu unterstützen.

Sie verbringen Zeit mit ihnen, versuchen, für sie da zu sein und ihre Bedürfnisse zu stillen. Was manchmal einfach nur bedeuten kann, eine Hand zu halten.

Wie die anderen zehn Kursteilnehmer ist nun auch Peter Gleue als Hospizbegleiter nach den Richtlinien des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands qualifiziert. Den 64-Jährigen hat der deutsche Philosoph Otfried Höffe mit einem seiner Sätze zum Handeln angeregt: "Das Schlimmste beim Altern ist nämlich nicht, dass man selbst vergesslich wird, sondern dass man von den anderen vergessen wird."

Vor dem Hospizbegleiterkurs im Ebenhausener Alten- und Pflegeheim hatte Gleue bereits einen Seelsorgekurs in Wolfratshausen besucht. Die Weiterbildung zum Hospizbegleiter war für ihn eine logische Konsequenz in Ergänzung zur Seelsorge. Der Ickinger interessiert sich bereits seit Langem für das Thema Zeit und die Philosophie der Lebenskunst, dafür, "was man tun kann, damit das Leben gut ist". Den Hospizbegleiterkurs empfindet Gleue als "Bereicherung": Er habe für sich persönlich aus dem Umgang mit den Bewohnern des Seniorenheims und den anderen Kursteilnehmern viel mitgenommen. Etwa, dass die Menschen tief liegende Bedürfnisse haben, die sie im Alter nicht mehr äußern können. Oder "dass große Gefühle immer noch da sind, auch wenn die Sprache oder der Denkapparat versagen".

In der Begegnung mit den Menschen, die er begleitet hat, sei gegenseitige Empathie zu spüren gewesen, sagt Gleue. Es gehe darum, den anderen in seinen Ängsten zu verstehen: "Als Mensch da zu sein und eine ruhige Hand zu haben." Über sich selbst sagt der ehemalige Bankkaufmann, der sich auch seit vielen Jahren im Aufsichtsrat der Inneren Mission engagiert, er sei durch den Kurs "wachsamer geworden gegenüber dem Thema Tod" und habe Schrecken und Sorge davor verloren. Zwei Menschen hat Gleue während seines Praktikums begleitet; "sehr bewegend" sei das gewesen. Und auch nach deren Tod habe er noch viele Gedanken daran "gewälzt", wie es ihnen während der gemeinsamen Zeit wohl ergangen sei.

"Wie wird man das los?" Sich in den anschließenden Supervisionen mit den Kursteilnehmern und -leitern auszutauschen, sei wichtig für ihn gewesen, erzählt Gleue. Die Gespräche seien eine große Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten. Künftig will er weiter im Pflegeheim in Ebenhausen als Hospizbegleiter tätig sein. Seine Motivation dafür zieht er auch aus einer Überlegung, die er bereits hatte, als er sich aus seinem Berufsleben zu - rück gezogen hat. Schon damals war für ihn klar, dass er sich engagieren wollte: "Die Idee, etwas zurückzugeben an die Gesellschaft, ist für mich selbstverständlich."

Katharina Schmid

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