Innere Mission München

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Integration mit Nadel und Faden

Handarbeitskreise sind in Flüchtlingsunterkünften der Renner

Handarbeiten und Schmuckbasteln liegen derzeit voll im Trend - auch in den Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete. In fast allen Einrichtungen, die die Innere Mission betreut, gibt es eine von Ehrenamtlichen betreute Handarbeitsgruppe.

Indem die Teilnehmenden gemeinsam arbeiten, lernen und einander helfen, bauen sie persönliches Vertrauen auf.

So wie in der Unterkunft in der Baierbrunner Straße, in der sich dienstags immer ein Nähkreis trifft. Heute taucht die Sonne den Gemeinschaftsraum in warmes Licht. Während die einen Tische und Stühle herbeitragen, packen die anderen Nähutensilien aus. Sie bereiten Stoffe vor, fädeln Garne ein und setzten sich an ihre Nähmaschinen. Ob Vorhang oder Kopfkissen, Kleid oder Rock - sie arbeiten an vielfältigen Projekten. Vor drei Jahren haben Gudrun Hain und Mandy Götz den "Nähkreis" gegründet: Jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr treffen sie sich mit Geflüchteten. Damals, noch mit Sitz in der Schertlinstraße, begannen sie ihr Projekt mit einem Materialschrank und zwei Nähmaschinen.

Seitdem hat sich viel getan: Die kleine Nähstube ist umgezogen und dank diverser Spenden sind aus zwei mittlerweile sechs Nähmaschinen geworden. Die Frauen konnten zudem die Materialien aufstocken - dank Spenden von Textilherstellern und Privatleuten. Das Schönste an ihrem Angebot ist für Mandy Götz jedoch, dass es nicht um Probleme geht, "sondern um viele kleine Erfolge, die wir mit den geflüchteten Frauen feiern dürfen".

Auch in den Unterkünften in der Funkkaserne am Frankfurter Ring, in der Bayernkaserne und in der Neumarkter Straße gibt es Handarbeitsgruppen. Weitere Handarbeitsprojekte entstehen derzeit in den Häusern in der Landsberger Straße und in der Willy-Brandt-Allee. Dafür werden helfende Hände gesucht, die Lust haben, ein neues Projekt zu beginnen. Auch in den anderen Gruppen sind neue Ehrenamtliche herzlich willkommen.

"Flexibel und hilfsbereit sollten diese sein", sagt Andrea Raibold von der Fachstelle für Ehrenamtliche/Volunteering in der Flüchtlingshilfe. Die Einsatzmöglichkeiten sind ganz verschieden: Ehrenamtliche können mit den Kindern der Teilnehmenden spielen und basteln, Stoffe und Knöpfe sortieren und aufräumen, Geflüchteten Handarbeiten wie Stricken und Sticken beibringen oder einfach dort mit anpacken, wo Hilfe gebraucht wird. "Die Ehrenamtlichen müssen gar nicht alle nähen oder stricken können", sagt Raibold.

Auch wenn derzeit hauptsächlich Zeitspenden benötigt werden, brauchen die freiwilligen Helfer auch Material: Gesucht werden unter anderem funktionierende Nähmaschinen und ein Bügelbrett. Außerdem freuen sich die Handarbeitskreise über Utensilien wie Nähmaschinen- und Stricknadeln, schwarze und weiße Nähgarne, Wolle für ganze Kleidungsstücke wie Pullover (mindestens 500 Gramm), Schrägbänder in Beige und Schwarz und weiße Vlieseline. Wer das Projekt unterstützen oder selbst mitwirken möchte, kann sich bei Andrea Raibold melden: per E-Mail an araibold@immuenchen. de oder unter der Telefonnummer 0162 / 255 32 64.

Kilian Pinl / isa

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