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Interaktive Kita

Mit Videos und Bastelanleitungen durch die Corona-Schließzeit

"Da gab es ein Video von der Schildkröte", erzählt Matteo. "Das war die Gertrude. Die wollte immer nur Krach machen. Das war voll lustig." Der Sechsjährige ist begeistert, genau wie seine Freunde aus dem Evangelischen Haus für Kinder in Aubing. Hier nutzten die Mitarbeiter während der Corona- Schließzeit im Frühjahr einen Instagram-Kanal, um mit den betreuten Kindern und ihren Familien in Kontakt zu bleiben.

Das Projekt hat Joy Kreutz ins Leben gerufen, die die Kita derzeit komissarisch leitet. Die Idee kam ihr beim Austausch mit einer Freundin. "Sie hat von der Facebook-Seite ihrer Kita erzählt und so sind wir auf Instagram gekommen." Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch keine Kita der Inneren Mission einen Instagram-Kanal. Doch unter der Voraussetzung einer geschlossenen Gruppe, zu der ausschließlich Eltern und Mitarbeitende Zugang bekommen, fand Abteilungsleiterin Margit te Brake die Idee gut.

Anregungen aus der Kita

Etwa alle zwei Tage veröffentlichten die Mitarbeitenden während der Corona-Schließzeit einen Beitrag. Lieder, Fingerspiele, Bastelanleitungen, Spielideen, Puppenspiele und die neuen Corona-Regeln. Sie zeigten auch, was sich im Haus verändert und auf welches neue Spielzeug sich die Kinder bei ihrer Rückkehr freuen dürfen. Ein buntes Potpourri mit schönen Eindrücken und Anregungen aus der Kita. Ziel war, mit den Familien bestmöglich in Kontakt zu bleiben und sie durch die Corona-Zeit zu begleiten.

"Wir wollten den Eltern Ideen mit auf den Weg geben. Und bei den Kindern wollten wir nicht in Vergessenheit geraten. Sie sollten sich an uns Erzieher*innen und Kinderpfleger*innen erinnern, unsere Stimmen hören, unser Haus und alle Räumlichkeiten sehen", erklärt Joy Kreutz. Bei den Familien kam der Instagram- Kanal gut an. "Wir fanden die Idee super", erzählt Kara Tsompan, eine Mutter, die keinen einzigen Beitrag verpasst hat. "Unsere Tochter hat sich sehr gefreut, mal wieder ihre Lieblings-Erzieherin zu sehen."

Großer Aufwand

Auch Sophie Lemke war begeistert. "Der Kindergarten war eine lange Zeit geschlossen. Deshalb war es schön, mitzubekommen, was alles los ist. Mein Sohn hat sich sehr auf die Beiträge gefreut. Er hat vieles zu Hause nachgemacht." Nicht alles hat ihm gleich gut gefallen.

Manche Bastelanleitungen waren eher für größere Kinder, manche Lieder für ganz kleine. Der Aufwand war groß. "Gerade die Videos haben viel Zeit gekostet", erzählt Joy Kreutz. "Anfangs hatten wir die nötigen Kapazitäten. Doch je mehr Kinder in die Notbetreuung gekommen sind, desto weniger Zeit hatten wir." Da wurde es schwierig, den Veröffentlichungs-Rhythmus beizubehalten.

Die meisten Kinder fanden den Aufruf am besten, eine Schlange aus bunt bemalten Steinen vor dem Kindergarten zu bilden. Viele kamen und legten ihren Stein in die Reihe. Die vierjährige Alexandra erzählt stolz: "Mein Stein war soooo groß!" und streckt ihre Arme so weit wie möglich auseinander. Auch Marko (4) erinnert sich an seinen Stein: "Da war ein Blitzdonner drauf. Und ein Regenbogen." Wie Marko haben sich viele Kinder an der bunten Schlange beteiligt. Viele haben sich über die Instagram-Beiträge des Teams gefreut. Aber noch mehr haben sie sich gefreut, als sie endlich wieder im Kindergarten sein durften.

Steffi Geihs

Videodreh für den Instagram-Kanal der Kita Aubing
Besonders beliebt waren Videos, die das Kita-Team in Aubing gedreht hat. Foto: Erol Gurian
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