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06. Juli 2021

Karl-Buchrucker-Preis geht an Hörfunkjournalistin Antje Drinnenberg

für das Feature „Kämpfen gegen die Wut“

Themenpreis an Nicola Meier für eine Reportage im SZ-Magazin / Nachwuchs-Preisträger Sebastian Kempkens (DIE ZEIT) schildert die unerbittliche Situation auf dem Münchner Mietmarkt

Der Karl-Buchrucker-Preis der Diakonie München und Oberbayern geht in diesem Jahr an Antje Drinnenberg für ihr im BR-Hörfunk gesendetes Radio-Feature „Kämpfen gegen die Wut“. In der 55 Minuten langen Sendung porträtiert die freie Journalistin den Boxtrainer Ali Cukur, der jungen Leuten, die auf die schiefe Bahn geraten sind, hilft, ihrem Leben doch noch die richtige Richtung zu geben. Jurymitglied Mercedes Riederer lobte das Werk der 48-Jährigen als sehr intimen und gleichzeitig intensiven Beitrag: „Die Autorin ist sehr nah dran an dem Protagonisten und schildert ihn in seiner unermüdlichen Art, die Jugendlichen abzuholen, ohne ihnen Vorwürfe zu machen.“ Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Der Themenpreis geht an die 42-jährige Redakteurin Nicola Meier aus Hamburg für ihre im „SZ-Magazin“ veröffentlichtes Feature „Über Bord“. Die Autorin schildert darin die Geschichte eines Bootsunglücks vor der griechischen Küste, das eine der Geflüchteten mit ihrer Kamera filmte. Die Geschichte spürt der Frage nach, ob es ein Unfall war und wie die Überlebenden verzweifelt nach ihren Angehörigen suchen. Jurorin Herlinde Koelbl, international bekannte Fotografin und Filmemacherin, sagte, dieses „ausgezeichnete Stück“ treffe voll die Realität des europäischen Flüchtlingsdramas und zeige, was die Staatengemeinschaft schaffe – und was nicht.

Den Nachwuchspreis erhält der 33-jährige Journalist Sebastian Kempkens für seine in der „ZEIT“ erschienene Reportage „Und raus bist du“. Der Autor beschreibt darin nüchtern am Beispiel eines Wohnkomplexes in Feldmoching die Situation auf dem Münchner Mietmarkt und dessen explodierende Mieten, die sich immer weniger Menschen leisten können. Nach dem Urteil der Jury greift der Autor mit seinem Text „exemplarisch ein Thema auf, das leider nicht weggehen wird und das deutschlandweit gültig ist.“ Mietpreise in schwindelnden Höhen beträfen zusehends mehr Menschen; die Wohnungssituation sei eines der „brennendsten Themen der Zukunft“. Themenpreis und Nachwuchspreis sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Insgesamt gingen dieses Jahr 45 Bewerbungen aus den Bereichen Hörfunk, Fernsehen, Print und neue Medien ein. Die Preisverleihung findet im Oktober statt. Das Preisgeld in Höhe von 11.000 Euro stiften auch in diesem Jahr wieder die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon, die Bruderhilfe – Pax – Familienfürsorge, der Versicherer im Raum der Kirchen, sowie die Evangelische Bank.

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Der Karl-Buchrucker-Preis der Diakonie München und Oberbayern erinnert an den Gründer des kirchlichen Sozialunternehmens und wird in diesem Jahr zum einundzwanzigsten Mal vergeben. Ziel des Preises ist es, durch die Auszeichnung von Beiträgen, die sich in herausragender Weise mit diakonischen oder sozialen Themen befassen, den Stellenwert diakonischer Arbeit in der Öffentlichkeit zu fördern. Schirmherr des Preises war bis zu seinem Tod Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog.

Klaus Honigschnabel

Portrait von Karl Buchrucker

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