Innere Mission München

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Menschen bewegen

Am 21. April fand der Tag der Bahnhofsmission statt / München thematisiert Wohnungsnot

Unter dem Motto „Menschen bewegen. Bahnhofsmission.“ öffneten die Bahnhofsmissionen am 21. April bundesweit ihre Türen. Auch die Münchner Einrichtung am Gleis 11 lud dazu ein, ihre Arbeit aus nächster Nähe kennenzulernen.

Offene Türen für alle, Unterstützung bei Bahnreisen und Beratung oder Hilfe in Notlagen bieten die Bahnhofsmissionen in mehr als 100 Städten jeden Tag. Die Einrichtung am Münchner Hauptbahnhof nutzte den 21. April, um auf die akute Wohnungsnot in München hinzuweisen. Passend dazu griff sie zwei aktuelle Kampagnen auf: So macht die Caritas mit ihrer Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ deutlich, dass jedermann Anrecht auf einen privaten Schutzraum hat – und das zu bezahlbaren Preisen. Und das Netzwerk Wohnungslosenhilfe sucht derzeit mit seiner Aktion „München: Wohnstadt mit Herz“ soziale Vermieter, die ihre Wohnungen auch an Menschen vermieten, denen es finanziell nicht so gut geht. Das ökumenisch arbeitende Team wollte deshalb auf die schwierigen Lebensumstände von wohnungslosen Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt aufmerksam machen, in der derzeit mehr als 9.000 Wohnungslose leben. 

Die Münchner Bahnhofsmission ist ein Seismograph der sozialen Lage in der Stadt: Im vergangenen Jahr kamen im Durchschnitt täglich rund 290 Menschen ein- oder mehrmals in die Räume am Gleis 11; täglich fanden rund 66 Beratungen statt. Die Inhalte dieser Gespräche sind sehr vielfältig: Mal geht es um die Vermittlung in eine Hilfeeinrichtungen, mal um eine Notunterbringung, mal um die Rückführung in die Heimat, mal um psychosoziale Unterstützung. Angefragt wird auch um finanzielle Unterstützung oder Kleiderspenden; Und wer Hunger hat, bekommt einen Tee und Schmalzbrote. 2017 gab es insgesamt 108.379 Kontakte (2016: 102.047). Größtenteils kamen wohnungslose Menschen bzw. solche mit besonderen sozialen Schwierigkeiten. 

Und wenn alle Stricke reißen – und alle Behörden oder Institutionen schon geschlossen haben – gibt es für Frauen, auch mit Kindern, die Möglichkeit, im Schutzraum zu übernachten: 1.044 Personen (davon 153 Kinder und Jugendliche) haben im vergangenen Jahr davon Gebrauch gemacht. 

Das Programm am 21. April begann um 10.00 Uhr mit der Installation eines Zimmers in der Haupthalle des Bahnhofs; Mitarbeitende der Bahnhofsmission spielten dabei die Bewohner und Bewohnerinnen (bis 14.00 Uhr). Von 14.00 bis 17.00 Uhr gab es dann in den Räumen der Bahnhofsmission bei Kaffee und Kuchen Informationen über die Arbeit. 

Klaus Honigschnabel

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