Innere Mission München

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03. Dezember 2018

„Mit Ihnen geht eine Ära zu Ende“

Lisa Hirdes, Leiterin der Evangelischen PflegeAkademie, wurde in den Ruhestand verabschiedet

Mit einem großen Festgottesdienst ist Lisa Hirdes, Leiterin der Evangelischen PflegeAkademie, nach 33 Dienstjahren bei der Inneren Mission jetzt in den Ruhestand verabschiedet worden. „Mit Ihnen geht eine Ära zu Ende“, sagte Gerhard Prölß, Geschäftsführer der Hilfe im Alter, bei der Verabschiedung im Evangelischen Pflegezentrum in Sendling.

Hirdes habe die Ausbildungsstätte für Altenpflege während der vergangenen 21 Jahre nicht nur erfolgreich geleitet, sondern beispielsweise durch die aktive Mitarbeit an den Plänen zur integrativen Pflegeausbildung auch "Wege in die Zukunft" gelegt. Aus einer kleinen Schule mit zwei Klassen und gelegentlichem Unterricht im Freien sei heute die größte bayerische Altenpflegeschule im Bereich der Diakonie geworden: "Sie haben alle Herausforderungen mit Bravour gemeistert."

Eine Große der bayerischen Pflegebildungswelt

Ministerialrätin Christine Hefer vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus sagte, Hirdes habe ihre Akademie "stets mit ruhiger Hand, präzisen Vorstellungen, unglaublichem Engagement und hoher Fachlichkeit" geleitet und sich zudem nicht beirren lassen, sondern zur Klärung schwieriger Probleme beigetragen. "Ihre Fragen waren nicht immer einfach, aber alle begründet." Mit ihr trete jetzt eine der Großen der bayerischen Pflegebildungswelt in den Ruhestand, die auch über Bayern hinaus viel bewegt habe. Hefer wörtlich: "Schwierige Zeiten brauchen kritische Geister."

Professorin Constanze Giese von der Katholischen Stiftungshochschule in München und zugleich Vorsitzende des Ethikbeirats der Inneren Mission, lobte Hirdes für deren tatkräftiges Eintreten hinsichtlich der Akademisierung der Pflege. Der Studiengang, den sie entwickelt und mitgeprägt habe, sei "bayern- und auch bundesweit einzigartig".

Immer den ganzen Menschen im Blick

Manfred Roß, Geschäftsführer der Evangelischen Schulstiftung in Bayern, zollte Hirdes Respekt für ihre langjährige engagierte Mitarbeit in zahlreichen Gremien, in denen "Sie viele diverse oder oft auch diffuse Diskussionen erfolgreich geordnet haben".

Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission, betonte, dass die Evangelische PflegeAkademie unter der Leitung von Lisa Hirdes zu "einem hellen Stern am Himmel der beruflichen Bildung" geworden sei. Die Ausbildung erfolge hier nicht in konfessioneller Unterscheidung, sondern in evangelischer Freiheit und somit im "Zeichen einer Religion, die das Leben bejaht".

Ausbildung und Pflege hätten "immer den ganzen Menschen im Blick - auch wenn er leidet". Gleichzeitig dürfe man weder die Pflegenden noch die Auszubildenden missionieren. Letztere bräuchten "fachliches Wissen, Empathie und Mitmenschlichkeit"; es gelte zudem, "die garstige Differenz zwischen Pflegenden und Gepflegten zu nivellieren".

Hervorragend qualifizierte Nachfolgerin

Kritik äußerte Bauer an den Medien, die einen ganzen Berufsstand aufgrund einzelner Fehlhandlungen diffamierten: "Pflege wird verfolgt durch ein Negativimage und es wird übersehen, wie oft etwas gelingt." Pflege brauche zwar öffentliche Anerkennung, aber sie gehe nicht in ihr auf, so der Pfarrer.

Erfreut zeigte sich Bauer, dass es gelungen sei, mit Katharina Matic eine hervorragend qualifizierte Nachfolgerin aus dem eigenen Haus zu gewinnen. Auch dies sei ein Zeichen, dass Lisa Hirdes nicht nur ihre Leitungsaufgabe gemeistert habe, sondern zugleich auch als "Teamplayerin und Mannschaftscoach" erfolgreich gewesen sei.

"Wir haben was bewegt"

In ihrer Abschiedsrede sagte die scheidende Schulleiterin, sie habe es in all den Jahren stets als ein absolutes Privileg empfunden, Menschen so nah kommen zu können: "In der Pflege verdichten sich alle Dimensionen des Menschseins." Pflegende müssten wegen dieser Nähe sehr behutsam unterwegs sein, um andere nicht zu verletzen, sondern sie in Würde zu begleiten." Rückblickend sei sie sehr glücklich, dass sie Arbeit und Leben so intensiv miteinander verquicken konnte. Niemand habe ihr Steine in den Weg gelegt, sie habe in Freiheit arbeiten können: "Wir haben was bewegt, wir haben Pflege über München hinaus gestaltet."

33 Jahre lang war Lisa Hirdes an der Evangelischen PflegeAkademie, 21 Jahre hat sie diese geleitet. Rückblickend, sagte sie, sei sie sehr glücklich, dass sie Arbeit und Leben so intensiv miteinander verquicken konnte.

Kontakt

  • Gerhard Prölß
    Geschäftsführer, Hilfe im Alter

    Landshuter Allee 38b
    80637 München
    Tel.: 089/12 69 91-132
    gproelss(at)im-muenchen.de

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