Innere Mission München

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13. Juli 2020

Notwendige Erleichterungen bei starker Hitze nötig

Innere Mission kritisiert Umsetzung von Quarantäneregelungen in Flüchtlingsunterkünften

Die Innere Mission kritisiert die derzeit gültige Umsetzung der behördlichen Regelung, wonach komplette Flüchtlingsunterkünfte unter Quarantäne gestellt werden – auch wenn nur wenige Personen in dem Gebäude positiv auf das Corona-Virus getestet sind.

So sei den Bewohnern lediglich erlaubt, die Sanitäranlagen zu benutzen; das Essen werde vor die Tür gestellt. Somit seien die Menschen in den Einrichtungen gezwungen, 14 Tage auf engstem Raum zu verbringen. Jeder Person stehen nur rund sieben Quadratmeter zur Verfügung.

Andrea Betz, Leiterin der Abteilung "Hilfen für Flüchtlinge, Migration und Integration" bei der Inneren Mission München, ist besorgt über die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Maßnahmen: "Viele Unterkünfte bestehen aus Stahlcontainern, die sich bei den sommerlichen Temperaturen stark erhitzen. Das ist besonders für Kinder, alte und kranke Menschen eine unglaubliche Belastung, wenn sie bei bis zu 50 Grad in ihrem engen Zimmer ausharren müssen."

Trotz allem Verständnis für die Pandemieauflagen müsse es für die Menschen in den Flüchtlingsunterkünften eine "würdige Unterbringung" geben, so Betz. So sei es ihrer Meinung nach sofort notwendig, dass sich die Menschen auf dem Gelände ihrer Unterkunft an der frischen Luft mit Mundschutz und Mindestabstand bewegen dürfen. Jeweils eine Familie sollte die Gruppenräume mit ihren Kindern besuchen dürfen. Für die völlig überhitzten Zimmer in den Blechcontainern benötige es zudem Sonnenschutz sowie ausreichend Getränke.

Die Innere Mission München steht derzeit mit den Verantwortlichen von Stadt und Regierung im Gespräch, um entsprechende Verbesserungen so rasch wie möglich zu erreichen.

Klaus Honigschnabel

Flüchtlingsunterkunft
Viele Flüchtlingsunterkünfte bestehen aus Stahlcontainern, die sich im Sommer stark erhitzen.

Kontakt

  • Andrea Betz
    Leiterin der Abteilung Hilfen für Flüchtlinge, Migration und Integration

    Landshuter Allee 40
    80637 München
    Tel.: 089/12 69 91-5101
    abetz(at)im-muenchen.de

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