Innere Mission München

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Respekt und Verständnis fördern

Angela Parvanta schult seit 2016 Ehrenamtliche an der Interkulturellen Akademie

Angela Parvanta, Islamwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte für Persisch an der Ludwig-Maximilians- Universität (LMU) München, ist seit 2016 als freiberufliche Referentin bei der Interkulturellen Akademie tätig. Ihre Vorträge für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe über Afghanistan sowie ihre Minisprachkurse Dari/Farsi gehören zu den meist besuchten Veranstaltungen der Einrichtung.

Ihre Vorträge für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe über Afghanistan sowie ihre Minisprachkurse Dari/Farsi gehören zu den meist besuchten Veranstaltungen der Einrichtung. Mit ihr sprach Irena Grgic.

Frau Parvanta, warum arbeiten Sie so gerne mit Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe?

Die meisten Ehrenamtlichen sind sehr motiviert, interessiert und wissbegierig. Sie wissen, warum und wofür sie an einer bestimmten Veranstaltung teilnehmen. Sie bringen ihre Erfahrungen aus ihrem praktischen Lebensund Arbeitsumfeld mit Geflüchteten ein. Die Diskussionen sind immer fruchtbar, die Lernatmosphäre ist entspannt, wir lachen viel und auch der Spaßfaktor kommt bei den Sprachkursen nicht zu kurz.

Was interessiert die Teilnehmenden in Ihren Kursen besonders?

Diese Frage kann ich nicht pauschal beantworten. Je nach Hintergrund und Interessen der Teilnehmenden haben wir unterschiedliche Themen zusammen bearbeitet: unter anderem Grammatik, Alltags- und Verwaltungsvokabular, Zahlen, Sitten und Gebräuche. Beim jüngsten Dari/Farsi- Schnupperkurs haben wir zum Beispiel nach dem regulären Unterricht den praktischen Teil in einem afghanischen Restaurant fortgesetzt, weil sich die Teilnehmenden in diesem Kurs sehr für Speisen im persischsprachigen Kulturraum interessiert haben.

Welche Inhalte sind Ihnen in Ihren Workshops besonders wichtig?

Alle Themen und Inhalte, die gegenseitigen Respekt und Verständnis füreinander fördern.

Ist für Sie Sprache der Türöffner zu einer fremden Kultur?

Aber ja! Sprache ist immer ein sehr spannendes Thema, denn sie ist viel mehr als nur die Summe der Grammatik; sie transportiert kulturelle Hintergründe, die mitgelernt werden.

Welche größte Herausforderung sehen Sie bei der Integration von Geflüchteten aus Afghanistan in München?

Die Angst vor Abschiebung ist bei den meisten Afghanen präsent - trotz gelungener Integration. Das ist alles andere als integrationsfördernd. Dabei sind die Afghanen eine der am besten integrierten Migrantengruppen in Bayern. Schauen Sie sich die Afghanen an, die seit den 80er- und 90er-Jahren hier leben: Viele ihrer Kinder haben eine gute Berufsausbildung oder haben Abitur gemacht und studieren.

Welche weiteren Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche planen Sie gerade?

Bei Bedarf wollen wir weiterhin Schnupperkurse für Dari und Farsi anbieten. Voraussichtlich im September biete ich zudem einen zweiwöchigen Dari-Intensivkurs bei der Externen Weiterbildung der LMU an; dieses Angebot können auch die Ehrenamtlichen der Inneren Mission nutzen, um ihre Kenntnisse zu vertiefen (Anfragen für den Dari-Intensiv-Kurs: parvanta@ daf.lmu.de).

Mit der Interkulturellen Akademie planen wir außerdem eine Veranstaltung mit und über Frauen. Ansonsten freuen wir uns immer über Anregungen und Wünsche der Ehrenamtlichen. Also: nur Mut!

Weitere Informationen zu den Kursen der IKA gibt es im Internet unter www.interkulturelle-akademie.de

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