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Rumtoben, Rauskommen

Walderlebniswochen in Gräfelfing

Kinderlachen dringt durch die Büsche vor dem Waldheim in Gräfelfing. Gleich hinter dem Tor spielen Jungen und Mädchen auf einem großen Klettergerüst. Es riecht nach Wald. "Wir wollen, dass die Stadtkinder auch mal rauskommen", erklärt Elisa Würth, Leiterin der Ferienerholung der Inneren Mission München, am Eingang. "Die Walderlebniswochen sollen ihnen eine unbeschwerte Zeit und gleichzeitig pädagogische Lernangebote bieten."

Während der Sommerferien können sich jedes Jahr Sechs- bis Zwölfjährige wochenweise für die Stadtranderholung anmelden. Hier bauen sie kleine Hütten im Landschaftsschutzgebiet „Planegger Holz“, basteln, tanzen oder spielen Fußball. Würth führt über das Gelände des Evangelischen Handwerker- Vereins, dessen vorderen Teil ein Biergarten gepachtet hat. Dahinter liegt eine große Wiese, dazwischen ist ein Absperrband gespannt. Für eine Ferienerholung ist es ziemlich ruhig auf dem großen Gelände.

Wegen Corona können nur 20 statt 60 Kinder teilnehmen

"Normalerweise können wir bis zu 60 Kinder aufnehmen", erzählt Würth. Dieses Jahr seien es wegen der Corona-Pandemie nur 20. Fünf Kinder bilden mit jeweils einem Betreuer eine Kleingruppe. "Sonst haben wir immer freie Angebote, zwischen denen die Kinder wechseln können. Jetzt muss innerhalb der Kleingruppe entschieden werden, was gemacht wird", erklärt die Pädagogin das Corona-Prozedere.

Auf der Wiese steht ein Tisch, an dem Christopher, Rugiatu und Lukas Mobiles aus Ästen, Blättern und Tannenzapfen basteln. "Es ist so schön, hier mit anderen zusammen etwas zu machen", sagt die 11-jährige Rugiatu. Der 9-jährige Lukas findet es toll, den ganzen Tag draußen rumtoben zu können und "dass wir soviel Auslauf haben". Beim Durchqueren des Biergartens müssen die Kinder Masken tragen, auf dem hinteren Geländeteil nicht.

"Die Kinder arrangieren sich"

Anders als in den vergangenen Jahren öffnet der Biergarten schon um 14 Uhr – deshalb bleibt am Nachmittag der Spielplatz am Eingang den Kindern der Biergartenbesucher vorbehalten. "Insgesamt klappt das mit den Masken, den Kleingruppen und den Regeln auf dem Gelände ganz gut, die Kinder arrangieren sich", erzählt Würth. Die Kinder hätten in den vergangenen Monaten in der Schule schon viel Erfahrung mit Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gemacht.

"Ich hab‘ mich da schon dran gewöhnt", sagt der 10-jährige Christopher. Trotzdem würde man den Kindern anmerken, dass sie gelitten hätten, erzählt Angelina Mauermaier, die dieses Jahr das Camp leitet. Vor allem Einzelkinder hätten den Kontakt zu Gleichaltrigen vermisst. Flüchtlingskinder, die in beengten Unterkünften lebten, seien besonders glücklich, ein paar Tage draußen im Wald zu sein. Auch die Eltern seien "super dankbar", sagt Elisa Würth. Viele hätten durch die Schul- und Kita- Schließungen im Frühjahr ihren Urlaub aufgebraucht.

Aufgrund der reduzierten Teilnehmerzahlen musste sie jedoch auch vielen Eltern absagen. Lukas freut sich jedenfalls, neue Kinder kennenzulernen. "In meiner Fünfergruppe haben wir uns mit vier Freunden angemeldet – und ich finde es schön, dass wir jetzt noch ein fünftes Kind kennengelernt haben!"

Imke Plesch

Kinder auf dem Spielplatz
Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren können an der Stadtranderholung in Gräfelfing teilnehmen. Foto: Elisa Würth
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