Innere Mission München

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09. August 2018

Selbstbewusstsein stärken mit Nadel und Faden

„Nähkreise“ sind in Flüchtlingsunterkünften der Renner / Stoffe und Nähmaschinen gesucht

Nähkreise für Geflüchtete liegen derzeit voll im Trend. Die Teilnehmer sind meist weiblich und bauen dadurch, dass sie miteinander arbeiten, gemeinsam lernen und einander helfen, persönliches Vertrauen auf. Wie in der Unterkunft in der Baierbrunner Straße, wo am Dienstagnachmittag immer ein Nähkreis sich trifft.

Heute taucht die Sonne den Gemeinschaftsraum in warmes Licht. Während die einen Tische und Stühle herbeitragen, packen die anderen in Ruhe ihre Näh-Utensilien aus. Sie breiten Stoffe vor, fädeln Garne ein und setzen sich an ihre Nähmaschinen. Ob Vorhang oder Kopfkissen, Kleid oder Rock - die Frauen arbeiten an vielfältigen Projekten.

Vor drei Jahren haben Gudrun Hain und Mandy Götz den "Nähkreis" gegründet: Jeden Dienstag von 17 - 19 Uhr treffen sie sich mit Geflüchteten. Damals, noch mit Sitz in der Schertlinstraße, begannen sie ihr Projekt mit einem Materialschrank und zwei Nähmaschinen. Seitdem hat sich viel getan: Die kleine Nähstube ist umgezogen und dank diverser Spenden sind aus zwei mittlerweile sechs Nähmaschinen geworden. Die Frauen konnten zudem die Materialien aufstocken - erst kürzlich haben die Textilhersteller Laurél und Escada wieder hochwertige Stoffrollen gespendet. Und "kleinere Spenden von Privatleuten helfen uns weiter", sagt Hain. Das Schönste an ihrem Angebot ist für Mandy Götz jedoch, dass es nicht um Probleme geht, "sondern um viele kleine Erfolge, die wir mit den geflüchteten Frauen feiern dürfen".

Da der Nähkreis von den Bewohnerinnen der Flüchtlingsunterkunft gut angenommen wird, möchten die Projektleiterinnen ihn künftig noch an einem weiteren Wochentag anbieten. Um das zu realisieren, brauchen sie helfende Hände, die bei den Workshops anpacken. Insbesondere suchen sie jemanden, "der die Nähmaschinen inspizieren und warten kann", erzählt Hain. Freiwillige, die auf die Kinder aufpassen oder selbst mit nähen, sind ebenfalls herzlich willkommen.

Förderer können mit Geld- oder Sachspenden, wie beispielsweise Ausrüstung oder Material, einen Teil dazu beitragen, dass der "Nähkreis" auf Erfolgskurs bleibt. Konkret benötigt die Gruppe saubere Stoffreste, Stickperlen oder Pailletten sowie funktionsfähige Nähmaschinen, die gerne auch handbetrieben sein können. Darüber hinaus bemühen sich die Ehrenamtlichen schon länger um ein Fußpedal für die Nähmaschine "Electronics Super-Nutzstich", Model 18-318, da das Gerät ohne Pedal gespendet wurde und bisher leider nicht einsatzfähig ist.

Sollten Sie das Projekt unterstützen oder selbst daran mitwirken wollen, dann melden Sie sich bei Frau Farahnaz Nejadensan unter fnejadensan(at)im-muenchen.de. Sachspenden können nach Terminvereinbarung auch direkt in der Unterkunft in der Baierbrunner Straße 14 oder in der Funkkaserne abgegeben werden.

Kilian Pinl/sb

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