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21. Dezember 2020

Wechsel an der Spitze der Feldkirchner Jugendhilfe

Andreas Hüner folgt am 1. Januar auf Gesamtleiter Achim Weiss

Nach 28 Jahren gibt es an der Spitze der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe in Feldkirchen einen Personalwechsel: Neuer Gesamtleiter wird der bisherige stellvertretende Leiter Andreas Hüner. Achim Weiss, der die Einrichtung während der vergangenen knapp 30 Jahre geleitet hatte, übernimmt in der Diakoniezentrale in München bis zu seinem Ruhestand die Position des Abteilungsleiters der gesamten Jugendhilfe.

Der gebürtige Rheinländer war 1992 der erste Leiter des 1853 von Königin Marie als "protestantische Rettungsanstalt" gegründeten Kinder- und Jugendheims, der kein Diakon war und der auch nicht im Haus wohnte. Unter seiner Ägide erhöhte sich die Zahl der Mitarbeitenden von weniger als 50 auf derzeit mehr als 200. Weiss war es auch, der zahlreiche neue Angebote ins Leben rief: von Außenwohngruppen bis zur Intensivpädagogik, von Ambulanten Erziehungshilfen bis zur Mittagsbetreuung. Jüngstes Kind des 64-Jährigen ist die Erweiterung des Sinzinger Hofs im Chiemgauer Land. Die dort entstandene Kleinst-Intensivgruppe mit vier Plätzen für Kinder im Grundschulalter gilt deutschlandweit als Modellprojekt.

Unter seiner Leitung öffnete sich das einstmals isolierte Heim auch in die Gemeinde: So verköstigt die Küche etwa die Gäste, wenn der Maibaum aufgerichtet wird oder wenn es sonst etwas zu feiern gibt. Zur 125-Jahrfeier hatte der Diplom-Sozialpädagoge hohen Besuch ins Haus geholt: Bundespräsident Johannes Rau schaute sich die Einrichtung höchstpersönlich an und sprach mit Jugendlichen und Pädagogen. Und als 2015 viele Flüchtlinge in Bayern ankamen, öffnete die Jugendhilfe ganz selbstverständlich ihr Haus: Mehrere Monate lang schliefen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Rahmen einer schnellen Krisenhilfe im großen Speisesaal; später wurden viele von ihnen in einer eigens in Riemerling eingerichteten Wohngruppe betreut.

Diakonie-Vorstand Thorsten Nolting sieht den Wechsel von Feldkirchen nach München deshalb auch mit einem lachenden und weinenden Auge: "Hier in der Zentrale gewinnen wir einen exzellenten Fachmann in Sachen Jugendhilfe – in Feldkirchen müssen wir Abschied nehmen von einem ungewöhnlichen Organisations- und Multitalent." Weiss sei flexibel und unkompliziert, unkonventionell, krisenfest und belastbar. Sein Handeln sei stets von Praktikabilität und Vernunft geprägt gewesen, so Nolting. "Beamtenmentalität, überbordende Bürokratie und Dienst nach Vorschrift waren ihm stets ein Gräuel."

Nachfolger Andreas Hüner, von Beruf ebenfalls Diplom-Sozialpädagoge, kennt die Kinder- und Jugendhilfe aus langjähriger Tätigkeit; er begann seinen Dienst vor 23 Jahren in einer Außenwohngruppe in Aschheim. Später übernahm der jetzt 51-Jährige die Bereichsleitung für die Ambulanten Erziehungshilfen sowie für das Betreute Wohnen. Seit 2006 ist er als stellvertretender Gesamtleiter tätig. Für seine neue Aufgabe hat er sich vorgenommen, die bestehenden Angebote weiterzuentwickeln und die Mitarbeitenden durch gute Aus-, Fort- und Weiterbildung langfristig zu binden. Aktuell gebe es die sogenannte SGB VIII-Novelle zu gestalten, bei der es um eine Neufassung des sogenannten Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes geht, bei der der Gesetzgeber die Leistungen der Behindertenhilfe und der Jugendhilfe unter dem Dach der Jugendhilfe zusammenführen will.

Klaus Honigschnabel

Andreas Hüner
Andreas Hüner wird neuer Gesamtleiter der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe in Feldkirchen.

Kontakt

  • Andreas Hüner
    Gesamtleiter, Evangelische Kinder- und Jugendhilfe Feldkirchen

    Hohenlindner Straße 8
    85622 Feldkirchen
    Tel.: 089/99 19 20-45
    ahuener(at)im-muenchen.de

  • Achim Weiss
    Abteilungsleiter Kinder-, Jugend- und Familienhilfe


    Tel.: 089 12 69 91 174
    jugendhilfe(at)im-muenchen.de

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