Innere Mission München

  • A
  • A
  • A
14. Oktober 2020

Wirkungsvolle Hilfe in der Not

Nachfrage für Gelder aus dem Corona-Soforthilfefonds der Landeskirche ungebrochen hoch

Schnelle und unbürokratische Hilfe ist für Menschen in prekären Lebenslagen in Zeiten der Corona-Pandemie wichtiger denn je: Die Bayerische Diakonie weiß um die Nöte der Ärmsten in der Gesellschaft und hat daher mit Finanzmitteln der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Bayern einen Corona-Hilfsfond auf den Weg gebracht. Mit dessen Hilfe können unter anderem die Mitarbeitenden der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) Geld an Menschen in sozialen Schwierigkeiten auszahlen, die besonders unter den Folgen der Pandemie leiden. Finanzielle Notlagen lassen sich dadurch kurzfristig abmildern.

"Grundsätzlich macht das Virus keinen Unterschied zwischen Arm und Reich, aber ohnehin schon sozial schwierige Bedingungen werden natürlich durch die Pandemie wesentlich verschärft", sagt Annegret Zenner, die Leiterin der KASA-Stelle bei der diakonia. Bestimmte Voraussetzungen, wie etwa der Bezug von Hartz IV, Grundsicherung oder Kurzarbeitergeld müssen erfüllt sein und werden von den Mitarbeitenden genau betrachtet. "Wir prüfen das Einkommen und die Lebensumstände", betont Annegret Zenner. "Nichtsdestotrotz geht das Ganze ohne lange Antragsverfahren vonstatten." Dies sei wichtig, um kurzfristig helfen zu können. Einmalig könnten Personen mit Beträgen zwischen 50 und 150 Euro unterstützt werden. "Diese Summe reicht aus, um die erhöhten Kosten durch die Pandemie auszugleichen."

Die Nachfrage nach Mitteln aus dem Corona-Hilfsfonds war und ist ungebrochen hoch. Die Gründe hierfür sind zum Beispiel ein höherer Bedarf an Hygieneartikeln. Bei Familien mit Kindern entsteht oft ein zusätzlicher Bedarf, weil die Gemeinschaftsverpflegung in Schule und Kita wegfällt. Menschen in prekären Lebenssituationen fallen in der Regel durch alle Raster der staatlichen Corona-Förderung. Sie leben oft in beengten Verhältnissen, haben meist Jobs ohne Arbeitsvertrag, arbeiten als Hilfskräfte oder haben ihren Arbeitsplatz in der Gastronomie oder Hotellerie verloren.

"Die Menschen haben das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein", weiß Annegret Zenner. Deshalb sei neben der finanziellen Hilfe die persönliche Beratung so wichtig. Die "Soforthilfe Corona für Menschen in prekären Lebenslagen", wird bis zum 15. Dezember dieses Jahres gewährt. Mit dieser Maßnahme erfüllt die Evangelisch-Lutherische Landeskirche ihren Auftrag der Mildtätigkeit auch in diesem besonderen Fall.

Die Mitarbeiterinnen der KASA unterstützen und beraten Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Basis ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Schwerpunkte in schwierigen Lebenslagen finden sich in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Bildung, Gesundheit, Familie und Orientierung in der Stadtgesellschaft. "Gerade während der Pandemie ist es wichtig, immer am Platz zu sein, um den Menschen helfen zu können. Mir ist dabei vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe wichtig",  sagt Evelyn Töpfer, langjährige Beraterin und diakonia-Mitarbeiterin.

Die Beratungsangebote stehen allen Menschen offen und finden in der Regel in der in der Seidlstraße 4 in München statt. KASA bietet zudem einmal wöchentlich – immer dienstags von 13 bis 16 Uhr – eine kostenlose Sozialberatung im Stadtteilcafé mooca im diakonia-kaufhaus (Dachauer Straße 192) an.
Simone Bauer

Beratungsgespräch
Annegret Zenner (re.) leitet die KASA-Stelle bei der diakonia.

Kontakt

Weitere Informationen

diakonias Auftrag ist es, Menschen zu stärken, ihnen berufliche Orientierung zu ermöglichen, sie zu qualifizieren und auszubilden. Hierfür wurden in den Betrieben von diakonia rund 350 Arbeitsplätze und Beschäftigungsgelegenheiten geschaffen. Die gemeinnützige Organisation, die 1996 der Evangelisch-Lutherische Dekanatsbezirk und die Innere Mission München gegründet haben, orientiert sich an christlichen Werten.
Seite drucken